Vor orthodoxer Osterwaffenruhe: Ukraine und Russland tauschen 175 Kriegsgefangene aus
In einer bemerkenswerten humanitären Aktion unmittelbar vor Beginn einer geplanten Osterwaffenruhe haben die Kriegsgegner Russland und die Ukraine jeweils 175 Kriegsgefangene freigelassen. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte am Freitag die Freilassung und gab bekannt, dass zusätzlich sieben Bürger der Russischen Föderation zurückgebracht wurden, die nach Angaben Moskaus vom Kiewer Regime unrechtmäßig festgehalten worden seien. Bei diesen handele es sich um Einwohner der Region Kursk.
Vereinigte Arabische Emirate vermitteln Austausch
Das russische Ministerium dankte ausdrücklich den Vereinigten Arabischen Emiraten für ihre Vermittlungsrolle bei diesem Gefangenenaustausch. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Aktion wenig später über seinen Telegram-Kanal und präzisierte die Zusammensetzung der Freigelassenen: „175 Soldaten. Soldaten der Streitkräfte, Angehörige der Nationalgarde, Grenzschutzbeamte. Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere. Und sieben Zivilisten.“
Gefangene aus verschiedenen Frontabschnitten
Selenskyj erläuterte weiter, dass die befreiten ukrainischen Soldaten die Ukraine an verschiedenen Frontabschnitten verteidigt hätten, darunter in Mariupol, am Tschernobyl-Kraftwerk sowie in den Gebieten Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Sumy, Kiew und Kursk. Unter den Freigelassenen befänden sich Verwundete, und die meisten seien seit dem Jahr 2022 in Gefangenschaft gewesen. Der ukrainische Präsident betonte: „Und endlich – zu Hause.“
32-stündige Waffenruhe zu Ostern geplant
Die Freilassungsaktion erfolgte am Vorabend einer angekündigten 32-stündigen Waffenruhe, die am Nachmittag beginnen sollte. Diese Feuerpause soll es den Christen in der Ukraine und Russland ermöglichen, das orthodoxe Osterfest zu feiern. Es handelt sich um eine der wiederkehrenden humanitären Maßnahmen in dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Konfliktparteien haben bereits mehrfach Kriegsgefangene ausgetauscht, zuletzt im März dieses Jahres.
Die aktuelle Aktion unterstreicht die fortlaufenden diplomatischen und humanitären Bemühungen trotz der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen. Die Freilassung von insgesamt 350 Kriegsgefangenen und sieben Zivilisten markiert einen bedeutenden Schritt inmitten der ansonsten unvermindert heftigen Kämpfe.



