Trump schürt Nato-Zweifel: Droht er mit Grönland-Streit und US-Austritt?
Trump schürt Nato-Zweifel: Droht er mit Grönland-Streit?

Trump schürt Nato-Zweifel: Droht er mit Grönland-Streit und US-Austritt?

US-Präsident Donald Trump hat die Nato-Verbündeten erneut massiv kritisiert und dabei den alten Streit um die Arktisinsel Grönland wieder aufgewärmt. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte schrieb Trump in Großbuchstaben: „Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen.“ Er forderte die Partner auf, sich an Grönland zu erinnern, das er als „großes, schlecht verwaltetes Stück Eis“ bezeichnete.

Hintergrund: Der anhaltende Konflikt um Grönland

Grönland, das zum Hoheitsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemark gehört, war bereits Anfang des Jahres im Fokus von Trumps Ambitionen. Der US-Präsident hatte damals offen mit einer Übernahme der strategisch bedeutenden Arktisinsel geliebäugelt – notfalls auch gewaltsam. Nach einem Sturm der Entrüstung unter den europäischen Nato-Partnern zog er zwar vorläufig zurück, beharrte jedoch auf weiteren Verhandlungen. Dänemark und die weitgehend autonome Regierung Grönlands lehnen eine US-Annexion strikt ab und warnten, dass dies das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses bedeuten könnte.

Die aktuelle Eskalation: Iran-Krieg und Nato-Unterstützung

Trumps jüngste Kritik richtet sich vor allem gegen die mangelnde Unterstützung der Nato-Partner im Krieg gegen den Iran. Die USA hatten die Verbündeten aufgefordert, bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen, doch diese hielten sich angesichts der laufenden Kampfhandlungen mit Zusagen zurück. Der Iran hatte die Meerenge Anfang März als Reaktion auf Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels blockiert, was den Transport von Öl und Flüssiggas aus dem Persischen Golf praktisch unmöglich machte und zu rasant steigenden Weltmarktpreisen führte.

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Ängste vor einem möglichen US-Austritt aus der Nato

Manche Äußerungen Trumps schüren zudem Befürchtungen, dass die USA aus dem transatlantischen Verteidigungsbündnis austreten könnten. Ein solcher Schritt müsste zwar vom US-Senat mit einer Zweidrittelmehrheit gebilligt werden, was als sehr unwahrscheinlich gilt, doch die Drohkulisse bleibt bestehen. Nato-Generalsekretär Rutte beschrieb sein Treffen mit Trump im Weißen Haus als „sehr offene Diskussion zwischen zwei Freunden“, räumte aber ein, dass der US-Präsident „eindeutig enttäuscht“ über das Bündnis und mehrere Partnerstaaten sei.

Strategische Bedeutung Grönlands und Nato-Reaktion

Grönland, das sechsmal so groß wie Deutschland ist, aber nur knapp 57.000 Einwohner hat, gilt aufgrund seiner Lage in der Arktis als strategisch wichtig. Trump hatte sein Interesse an der Insel damit begründet, dass sie sonst nicht vor Russland und China sicher sei. Als Reaktion auf die Spannungen startete die Nato einen neuen Einsatz, der die militärische Präsenz in der Arktis verstärken soll. Die Situation bleibt angespannt, während Trump weiterhin auf Konfrontationskurs mit den Nato-Partnern geht.

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