Trumps Rede zum Iran-Krieg: Optimismus und Auslassungen
Vor mehr als einem Monat begannen die Vereinigten Staaten und Israel gemeinsam den Krieg gegen den Iran. Nun hat sich US-Präsident Donald Trump in einer landesweit übertragenen Ansprache mit einer Mischung aus Zuversicht und ausgiebigem Selbstlob an die amerikanische Bevölkerung gewandt. Besonders interessant ist dabei, was er in seinen fast zwanzigminütigen Ausführungen nicht sagte.
Baldiges Ende und harte Drohungen
Trumps zentrale Botschaft an die Amerikanerinnen und Amerikaner lautete, dass die militärischen Ziele der USA im Iran-Krieg „sehr bald“ erreicht sein werden. In seiner Rede aus dem Weißen Haus zur besten Sendezeit stellte er ein baldiges Ende der Kampfhandlungen in Aussicht. Gleichzeitig kündigte er für die kommenden Wochen äußerst heftige Angriffe an: „Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören.“
Der Präsident bekräftigte zudem eine bereits früher geäußerte Drohung: Sollte es zu keiner Einigung mit Teheran kommen, würden die USA iranische Kraftwerke massiv angreifen. Er führte abermals seine Gründe für den Kriegsbeginn aus und lobte die Erfolge des US-Militärs in gewohnter überschwänglicher Manier. Inhaltlich brachte die Rede jedoch kaum Neues.
Die NATO: Eine auffällige Abwesenheit
Eine der bemerkenswertesten Auslassungen in Trumps Ansprache war das vollständige Fehlen jeglicher Erwähnung der NATO. In den vergangenen Wochen hatte der US-Präsident kaum einen Tag verstreichen lassen, ohne Verbündete dafür zu rügen, dass sie seinem Drängen, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen, nicht nachkämen. Er hatte NATO-Länder sogar als „Feiglinge“ bezeichnet und einen Austritt aus dem Bündnis in Erwägung gezogen. In der Rede, die Millionen von US-Bürgern verfolgten, kam die Allianz jedoch mit keinem Wort vor.
Schlingerkurs bei der Straße von Hormus
Bezüglich der blockierten Straße von Hormus, einer kritischen Meerenge für den globalen Öltransport, zeigte Trump erneut einen schwankenden Kurs. Noch am Dienstag hatte er betont, die Öffnung der vom Iran blockierten Passage anderen Ländern überlassen zu wollen, da die USA damit „nichts zu tun“ hätten. In seiner Rede an die Nation klangen die Töne nun etwas milder. Zwar sieht er die Hauptverantwortung weiterhin bei den von den Öltransporten abhängigen Nationen, fügte aber hinzu, dass die USA bei der Sicherung der Meerenge helfen würden.
Beruhigung für Bevölkerung und Märkte
Trump versuchte in seiner Ansprache, das Bild eines bald zu Ende gehenden Militäreinsatzes zu zeichnen, und knüpfte damit an seine Aussage vom Vortag an, wonach er mit einem Ende der Angriffe in wenigen Wochen rechnet. Für die meisten Amerikaner mag der Krieg zwar weit entfernt sein, doch die rapide gestiegenen Benzinpreise als Folge des Konflikts sind für alle spürbar.
Der Präsident betonte, der Krieg sei notwendig gewesen, und versprach, dass die Preise nach Beendigung der Kampfhandlungen wieder fallen würden. Er verwies darauf, dass die USA kaum Öl aus den Staaten des Persischen Golfs beziehen, das durch die Straße von Hormus transportiert werden müsste. Dennoch treffen steigende Weltmarktpreise alle Verbraucher.
Laut dem amerikanischen Automobilverband AAA kostete Benzin in den USA am Mittwoch knapp über vier Dollar pro Gallone (3,785 Liter). Vor einem Monat lag der Preis noch bei knapp unter drei Dollar. Diese Preisentwicklung setzt Trump und seine Republikaner insbesondere im Hinblick auf die im November anstehenden wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress erheblich unter Druck.
Zudem rief Trump Länder, die von aktuellen Ölengpässen betroffen sind, auf, Energie aus den Vereinigten Staaten zu beziehen: „Kauft Öl von den Vereinigten Staaten. Wir haben reichlich. Wir haben so viel.“ In der Zwischenzeit, so der Präsident, laufen die Gespräche mit Teheran weiter.



