US-Vizepräsident Vance auf Friedensmission im Südkaukasus
Der US-Vizepräsident J.D. Vance befindet sich derzeit auf einer diplomatischen Reise im Südkaukasus, um die Friedensbemühungen der Vereinigten Staaten in Armenien und Aserbaidschan fortzusetzen. Diese Mission, die von US-Präsident Donald Trump initiiert wurde, zielt darauf ab, die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten zu verbessern, die in der Vergangenheit durch Konflikte geprägt waren.
Besuch in Aserbaidschan und strategische Partnerschaft
Nach seinem Aufenthalt in Armenien reiste Vance weiter in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku, wo er am Dienstag Präsident Ilham Alijew traf. Das Treffen mündete in die Unterzeichnung eines bilateralen Abkommens über eine strategische Partnerschaft, das die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit zwischen den USA und dem ölreichen Land stärken soll. Vance betonte dabei die Bedeutung regionaler Stabilität und die Unterstützung der USA für friedliche Lösungen.
Kontroverse um gelöschten X-Post zum Armenien-Gedenken
Vor seiner Abreise nach Baku sorgte ein Beitrag auf der Plattform X für erhebliches Aufsehen. In diesem Post erklärten Vance und seine Frau Usha Vance, dass sie einen Kranz am Denkmal für den Völkermord an den Armeniern niedergelegt hätten, um der Opfer der Massaker von 1915 zu gedenken. Das Büro des Vizepräsidenten gab später an, dass der Beitrag irrtümlich von Mitarbeitern veröffentlicht worden sei, die nicht zur offiziellen Delegation gehörten, und ließ ihn daraufhin löschen.
Armenien strebt seit Langem die internationale Anerkennung der Ereignisse von 1915 als Völkermord an, bei dem schätzungsweise 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich ums Leben kamen. Die Türkei, ein enger Verbündeter Aserbaidschans, lehnt diese Bezeichnung jedoch ab. Im vergangenen Jahr vermied Trump in seiner traditionellen Gedenkbotschaft den Begriff Völkermord, was eine deutliche Abkehr von der Politik seines Vorgängers Joe Biden darstellt.
Reaktionen und politische Implikationen
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte während einer Pressekonferenz am Dienstag, dass es derzeit keine Änderung der US-Politik in dieser Angelegenheit gebe. Auf Nachfrage von Journalisten zur Löschung des Posts äußerte sich Vance nicht direkt zur Anerkennung als Völkermord, sondern verwies darauf, dass ihn armenische Vertreter gebeten hätten, die Gedenkstätte zu besuchen.
Dieser Vorfall unterstreicht die sensiblen diplomatischen Verhältnisse in der Region. Armenien und Aserbaidschan führten in den vergangenen Jahrzehnten zwei Kriege um die Kontrolle der Region Bergkarabach, die 2023 von Aserbaidschan in einer Militäroffensive eingenommen wurde. Im August letzten Jahres vereinbarten beide Länder bei der Unterzeichnung eines Abkommens in Washington, ihren Konflikt dauerhaft beizulegen, wobei Vance als ranghöchster US-Vertreter in Armenien eine Schlüsselrolle in diesen Friedensbemühungen spielt.



