Familienbande bewegen 90-Jährigen zum Umzug in die Uckermark
Im beschaulichen Finowfurt in der Uckermark stand für Ulli Lange plötzlich ein unerwarteter Lebensabschnitt bevor. Der 90-jährige pensionierte Tischler, der viele Jahre als Witwer in seiner vertrauten Heimat gelebt hatte, sah sich mit einer folgenschweren Entscheidung konfrontiert. Sein Sohn und sein Enkel waren bereits in die nahegelegene Kreisstadt Prenzlau übergesiedelt und wünschten sich den alten Herrn näher bei sich. Nach der einfachen Devise „Opa, du kommst auch mit“ begannen sie, in Prenzlau nach einer geeigneten Bleibe für ihn zu suchen.
Der überraschende Anruf und ein neues Zuhause
Ulli Lange harrte zunächst in Finowfurt aus, in der Annahme, dass die Suche nach einem Heimplatz vermutlich lange dauern würde. Doch dann kam der überraschende Anruf der Familie: Ein Platz im Seniorendorf Prenzlau war gefunden. Im Videointerview mit dem Nordkurier schilderte der Rentner, wie er diese Nachricht aufgenommen hat. Er räumte ein, eigentlich keine große Angst vor diesem Schritt gehabt zu haben, und betonte, wie wichtig es ihm war, wieder nah bei seinen Lieben zu sein.
Ein paar Wochen nach dem Umzug zeigte sich Ulli Lange im Gespräch mit der Redaktion bereits „gut angewachsen“ in seiner neuen Umgebung. Die Vorfreude auf Prenzlau war bei ihm besonders groß, da ihm Bekannte bereits viel von der schönen Stadt am Uckersee vorgeschwärmt hatten. „Ich ahnte, dass das eine tolle Gegend ist und habe mittlerweile auch schon ein bisschen davon gesehen“, erklärte er zufrieden.
Beispielhafter Zusammenhalt und Betreuung im Seniorendorf
Die Pfleger im Seniorendorf Prenzlau bestätigten auf Nachfrage, dass sich die Familie wahrlich beispielhaft um ihren Verwandten kümmert. Ulli Lange erhält häufig Besuch, wird an Wochenenden und Feiertagen zu Ausflügen abgeholt und genießt die enge Verbindung. Betreuerin Dominika merkte an: „So gut haben es nicht alle“. Sie fügte begeistert hinzu, dass dieser Fall beispielhaft zeige, wie Zusammenhalt in der Familie funktioniere.
Das 2017 eröffnete Seniorendorf am Rande von Prenzlau bietet aktuell 28 weiteren Frauen und Männern ein Zuhause und könnte perspektivisch bis zu 45 alte und gehandicapte Menschen betreuen. Träger ist der ambulante Dienst sab, der eine 24/7-Bereitschaft mit Vollverpflegung und vielfältigen Freizeitangeboten garantiert. Für Ulli Lange bedeutet dies nicht nur professionelle Unterstützung, sondern auch die wertvolle Nähe zu seiner Familie, die seinen späten Neuanfang in der Uckermark ermöglicht hat.



