Birgit Schrowange blickt auf eine beeindruckende Fernsehkarriere zurück, die jedoch nicht immer einfach war. Die 68-Jährige moderierte 25 Jahre lang das RTL-Magazin „Extra“, bevor sie sich 2019 bewusst und selbstbestimmt aus dem Fernsehen zurückzog. Heute lebt sie in München und genießt ihren Ruhestand – doch der Weg dorthin war steinig.
Neuanfang in München
Anfang des Jahres zog Schrowange von Köln nach Bayern, auch ihrem Ehemann Frank (59) zuliebe. In der Münchner Gesellschaft wurde sie herzlich aufgenommen. „Jetzt noch mal eine andere Stadt neu zu erleben und zu erkunden, ist toll. Wir sind beide frei. Mein Mann hat auch aufgehört zu arbeiten“, sagte sie der AZ. Die Veränderung halte wach und fördere die persönliche Entwicklung.
Freiheit im Ruhestand
Schrowange ist glücklich, nur noch das zu tun, was ihr Freude bereitet. „Nein sagen zu können, ist pure Freiheit“, erklärte sie dem Kundenmagazin der BBBank. „Ich bin dankbar für das Leben, das ich führen darf.“ Seit ihrem RTL-Aus reist sie viel mit ihrem Mann. „Wir fühlen uns wie zwei Studenten, die noch mal einen Neuanfang wagen“, so Schrowange. Heute arbeitet sie auch als Speakerin.
Karriere mit Hindernissen
Ihre TV-Karriere begann mit 19 Jahren als Redaktionsassistentin beim WDR. Dafür zog sie vom Sauerland nach Köln, absolvierte Coachings und wechselte 1983 als Programmansagerin zum ZDF. Elf Jahre blieb sie dort, bevor sie 1994 zu RTL ging. „Viele haben mir damals davon abgeraten, zu den Privaten zu wechseln. Doch meine Maxime ist: Kein Risiko einzugehen ist das größte Risiko“, sagte sie der BBBank. „RTL war dann ein richtiger Glücksfall für mich.“
Vom falschen Beruf zum Traumjob
Ursprünglich hatte Schrowange einen ganz anderen Beruf erlernt: „Ich bin gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfin“, verriet sie. „Das war ein solider, aber für mich völlig falscher Beruf. Trotzdem habe ich die Ausbildung abgeschlossen – das war damals selbstverständlich. Rückblickend bin ich dankbar dafür, denn man lernt Durchhaltevermögen. Mein Traum war aber immer das Fernsehen.“
Schwierige Anfänge
Mit Selbstbewusstsein wandte sie sich an den Personalchef des WDR – mit dem klaren Wunsch, beim Sender einzusteigen. „Egal was“, habe sie geschrieben. „Am Ende wurde ich als Stenotypistin eingestellt. Ich wohnte in einem winzigen möblierten Zimmer, hatte kaum Geld und keine Unterstützung von zu Hause. Aber ich hatte ein klares Ziel. Parallel zu meiner Arbeit nahm ich Sprech- und Schauspielunterricht und arbeitete zusätzlich abends, um mir das leisten zu können.“
Der Fleiß und die Zielstrebigkeit zahlten sich aus. Heute zählt Birgit Schrowange zu den bekanntesten deutschen Fernsehmoderatorinnen. Für ihr gesellschaftliches Engagement, insbesondere gegen Kinderarmut, erhielt sie 2008 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.



