Berlin – Neuer Rückschlag für Kai Wegner. Knapp fünf Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus verliert seine CDU einer neuen Umfrage zufolge an Boden. Die Christdemokraten kommen in der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag des RBB nur noch auf 19 Prozent. In anderen Umfragen in den vergangenen Wochen und Monaten (unter anderem INSA) lagen sie relativ stabil bei 21 bis 22 Prozent.
Kopf-an-Kopf-an-Kopf-an-Kopf-Rennen in Berlin
Grüne, Linke und AfD folgen mit je 18 Prozent nur einen Prozentpunkt hinter Wegners CDU. Sie liegen allesamt in einem leichten Aufwärtstrend im Vergleich zu den vergangenen Umfragen. Die SPD schneidet dagegen mit 14 Prozent etwas schwächer ab. Damit zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-an-Kopf-an-Kopf-Rennen in Berlin im Rennen um die stärkste Kraft in der Hauptstadt ab. BSW und FDP würden den Einzug ins Abgeordnetenhaus mit je 3 Prozent verpassen, sonstige Parteien vereinen zusammen 7 Prozent auf sich.
Nur noch Dreier-Koalitionen in Berlin möglich
Das seit 2023 regierende Bündnis aus CDU und SPD hätte nach diesen Zahlen keine Mehrheit mehr. Realistisch sind demnach nach der Wahl am 20. September zwei Koalitionsoptionen unter Beteiligung von jeweils drei Parteien: ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD oder eine Neuauflage der bis 2023 regierenden Koalition aus SPD, Linken und Grünen.
Unzufriedenheit mit Regierung so groß wie nirgendwo
Das aktuelle Regierungsbündnis von CDU und SPD löst laut Umfrage große Unzufriedenheit aus: Nur 17 Prozent der Befragten zeigten sich mit der Arbeit des Berliner Senats zufrieden oder sehr zufrieden. Das ist laut RBB der schlechteste Stimmungswert aller Landesregierungen in Deutschland. Im bundesweiten Vergleich der Zufriedenheit mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hat Wegner mit 17 Prozent ebenfalls die rote Laterne inne.
Bei der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent der Zweitstimmen der klare Sieger. SPD und Grüne kamen auf jeweils 18,4 Prozent. Die Linke bekam 12,2 Prozent, die AfD 9,1 Prozent. Die FDP flog mit 4,6 Prozent aus dem Abgeordnetenhaus.



