CDU verliert in Berliner Umfrage an Boden: Nur noch 19 Prozent
CDU in Berlin-Umfrage bei 19 Prozent

Knapp fünf Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus verliert die CDU mit ihrem Regierungschef Kai Wegner einer neuen Umfrage zufolge an Boden. Die Christdemokraten kommen in der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag des RBB nur noch auf 19 Prozent. In anderen Umfragen der vergangenen Wochen und Monaten lagen sie relativ stabil bei rund 22 Prozent.

Grüne, Linke und AfD legen zu

Grüne, Linke und AfD folgen mit je 18 Prozent und weisen daher allesamt einen leichten Aufwärtstrend im Vergleich zu den vergangenen Umfragen auf. Die SPD schneidet dagegen mit 14 Prozent etwas schwächer ab. BSW und FDP würden den Einzug in das Abgeordnetenhaus mit je 3 Prozent verpassen, sonstige Parteien vereinen zusammen 7 Prozent auf sich.

Nur noch Dreier-Koalitionen möglich

Das seit 2023 regierende Bündnis aus CDU und SPD hätte nach diesen Zahlen keine Mehrheit mehr. Realistisch sind demnach nach der Wahl am 20. September zwei Koalitionsoptionen unter Beteiligung von jeweils drei Parteien: ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD oder eine Neuauflage der bis 2023 regierenden Koalition aus SPD, Linken und Grünen.

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Viel Unzufriedenheit mit dem Senat

Das aktuelle Regierungsbündnis von CDU und SPD löst laut Umfrage große Unzufriedenheit aus: Nur 17 Prozent der Befragten zeigten sich mit der Arbeit des Berliner Senats zufrieden oder sehr zufrieden. Das ist laut RBB der schlechteste Stimmungswert aller Landesregierungen in Deutschland. Im bundesweiten Vergleich der Zufriedenheit mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hat Wegner mit 17 Prozent ebenfalls die rote Laterne inne.

Bei der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent der Zweitstimmen der klare Sieger. SPD und Grüne kamen auf jeweils 18,4 Prozent, wobei die Sozialdemokraten wenige Stimmen mehr hatten. Die Linke bekam 12,2 Prozent, die AfD 9,1 Prozent. Die FDP flog mit 4,6 Prozent aus dem Abgeordnetenhaus.

Unsicherheiten durch geringere Parteibindung

Für die aktuelle Umfrage befragte Infratest Dimap zwischen 23. April und 27. April 1.155 Menschen online und telefonisch. In den Umfragezeitraum fällt der Rücktritt der parteilosen Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson, die für die CDU im Amt war, im Zuge einer Affäre um Fördermittel gegen Antisemitismus.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

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