Neues Wahrzeichen für Röpersdorf: Gedenkstein verewigt historischen Ortsnamen
Der beliebte Ort Röpersdorf am Unteruckersee in der Uckermark besitzt ab sofort ein markantes neues Wahrzeichen. Zu Ostern wurde feierlich ein Gedenkstein eingeweiht, der die historische Schreibweise des Ortsnamens aus der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1362 trägt. Auf dem Stein ist neben dem Jahr der Ersterwähnung die Bezeichnung „Roperstorp“ verewigt, die auf die ursprüngliche Namensgebung zurückgeht.
Ein Gemeinschaftswerk engagierter Bürger
Die Idee für den Gedenkstein reicht bis in die 1990er Jahre zurück, als Hansi Schulz vorschlug, einen schweren Stein aus der Umgebung nach Röpersdorf zu bringen. Doch erst jetzt konnte das Vorhaben dank des Einsatzes mehrerer Einwohner verwirklicht werden. Eckhard Böttcher setzte sich über zwei Jahre hinweg für das Projekt ein und fand in Thomas Märkel und Martin Eichler erste Unterstützer.
Das Vorhaben entwickelte sich zu einem echten Gemeinschaftswerk:
- Jürgen Kwade, der verstorbene Besitzer des Buchholzer Kieswerkes, stellte den Stein kostenlos zur Verfügung.
- Lothar Jäger vermaß den Stein, um das Gewicht für den Betonsockel zu ermitteln.
- Die Firma von Uwe Thomas errichtete den Sockel, Daniel Thomas positionierte den Stein darauf.
- Carsten Weigt gestaltete vor wenigen Tagen die Beschriftung aus Stahl.
Die Gemeindeverwaltung Nordwestuckermark erteilte unkompliziert die Genehmigung, wie Eckhard Böttcher in seiner Ansprache würdigte. Finanziert wurde das Projekt durch drei Hauptsponsoren – Eckhard Böttcher, Thomas Märkel und Martin Eichler – sowie Spender Herbert Deniffel und den „Förderkreis Röpersdorfer Kirchturmverein e.V.“, der fast die Hälfte der Kosten trug.
Historische Bedeutung und Namensdiskussion
Röpersdorf blickt auf eine lange und geschichtsträchtige Vergangenheit zurück. Bereits 1896 wurden an der Charlottenhöhe Gräber von Steinzeitmenschen entdeckt, die dort um 3000 vor Christus ihre letzte Ruhe fanden. Slawen errichteten um 1170 ihre Häuser am Westufer auf Stegen und Pfahlbauten. Die erste urkundliche Erwähnung als „Roperstorp“ stammt aus dem Jahr 1362, wie in der 2012 erschienenen Röpersdorfer Ortschronik zum 650. Jahrestag dokumentiert ist.
Interessanterweise gibt es eine wissenschaftliche Diskussion zur korrekten historischen Schreibweise des Ortsnamens. Dr. Matthias Schulz verweist in seiner Arbeit „Ur- und Frühgeschichte in der Gemarkung Röpersdorf“ auf Namensforscher, die einen Mann namens Röper als Namensgeber sehen. Im Jubiläumsband von 2012 wird dagegen ein Herr Ruprecht als Namenspatron von „Ruperstorp“ angeführt. Diese Differenz zwischen „u“ und „o“ in der historischen Schreibweise bietet Stoff für eine neue Legende um den Ort, der heute definitiv mit „ö“ geschrieben wird.
Vom Feuerwehrhaus zum neuen Standort
Ursprünglich war der Stein vor dem Feuerwehrhaus des Ortes abgelegt worden, wo er sich zu einem beliebten Treffpunkt jüngerer Dorfbewohner entwickelt hatte. Daher musste für das Gedenksteinprojekt ein neuer Stein gefunden werden, was schließlich zur Realisierung des aktuellen Wahrzeichens führte.
Der nun eingeweihte Gedenkstein steht nicht nur als Symbol für die historische Verbundenheit der Röpersdorfer mit ihrer Heimat, sondern auch als Zeugnis bürgerschaftlichen Engagements. In einer Zeit, in der lokale Identität und Gemeinschaftssinn an Bedeutung gewinnen, setzt dieses Projekt ein deutliches Zeichen für die Wertschätzung regionaler Geschichte und die Kraft gemeinschaftlichen Handelns.



