Vulgärer Eier-Protest gegen Kanzler Merz: CDU-Zentralen werden zu „Eierhäusern“
Eier-Protest gegen Merz: CDU-Zentralen umbenannt

Vulgärer Protest gegen Kanzler Merz: CDU-Zentralen werden zu „Eierhäusern“

Wer in diesen Tagen nach den Geschäftsstellen der CDU in Deutschland sucht, stößt auf eine überraschende Bezeichnung: Statt der üblichen Namen wie „CDU-Geschäftsstelle“ tauchen die Gebäude plötzlich als „Eierhaus“ in den Suchergebnissen auf. Diese ungewöhnliche Veränderung ist kein Osterscherz von CDU-Chef Friedrich Merz, sondern Teil einer zunehmend vulgären Kampagne linker Aktivisten.

Der Ursprung: Ein Plakat bei einer Schülerdemo

Alles begann im März bei einer Schülerdemonstration gegen die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht. In Berlin hielt ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift „Merz leck Eier“ in die Höhe. Die Polizei beschlagnahmte das Schild und leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Verleumdung ein. Schnell verbreitete sich der Spruch im Internet und wurde zum Ausgangspunkt einer organisierten Kampagne.

Politische Unterstützung und Aktionen

Linke Aktivisten und Politiker der Linkspartei griffen die Parole auf und starteten eine gezielte „Merz leck Eier“-Kampagne gegen den Bundeskanzler. Sören Pellmann, Fraktionschef der Linkspartei, postete bei Instagram Sticker mit dem umstrittenen Spruch. Der ehemalige Parteichef Martin Schirdewan veröffentlichte ein Spiegelei-Selfie mit der Botschaft „Frohe Ostern und Merz leck Eier“.

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Weitere Aktionen folgten:

  • Studenten der Technischen Universität Berlin hissten ein Banner mit der Parole, das ebenfalls von der Polizei beschlagnahmt wurde.
  • In Jena wurde die CDU-Zentrale mit dem Spruch beschmiert.
  • Die eigens registrierte Domain „Leck-meine-Eier.de“ leitet auf den offiziellen Lebenslauf von Friedrich Merz weiter. Hinter dieser Aktion steht vermutlich die Gruppe „Schulstreik gegen Wehrpflicht“.

Google Maps als Protestplattform

Mehrere CDU-Zentralen in ganz Deutschland wurden bei Google Maps in „Eierhaus“ umbenannt, darunter auch der Sitz der CSU-Landesgruppe in Berlin. Die Aktivisten nutzten dafür die Community-Funktion des Dienstes, die es Nutzern erlaubt, öffentliche Orte vorzuschlagen oder bestehende Einträge zu bearbeiten. Wenn genügend solcher Vorschläge eingehen oder sie nicht zeitnah überprüft werden, können falsche Namen vorübergehend sichtbar werden.

Hintergründe und Reaktionen

Die derbe Formulierung dient einerseits dazu, den Trotz junger Menschen gegen die Wehrdienstpläne der Regierung auszudrücken. Andererseits zielt sie offensichtlich darauf ab, den Kanzler herabzuwürdigen und persönlich zu beleidigen. Sören Pellmann verteidigte die Parole gegenüber der WELT und erklärte: „‚Merz, leck Eier’ ist Ausdruck echter Wut, meiner und der vieler Menschen in diesem Land.“ Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich zu den Vorfällen bislang nicht öffentlich geäußert.

Die Kampagne zeigt, wie digitale Plattformen für politische Proteste genutzt werden können, und wirft Fragen nach den Grenzen des Protests sowie den Mechanismen zur Überprüfung von Nutzereingaben bei großen Tech-Unternehmen auf.

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