Polizeisprecher beeindruckt von riesiger Iran-Demo in München: „Das habe ich so noch nicht erlebt“
Vom Freitag, dem 13. Februar, bis Sonntag, dem 15. Februar 2026, fand in München die 62. Münchner Sicherheitskonferenz statt. Im Hotel Bayerischer Hof trafen sich Spitzenpolitiker und Experten aus aller Welt, während parallel dazu eine der größten Demonstrationen der letzten Jahre in der bayerischen Landeshauptstadt stattfand.
Friedliche Atmosphäre und überschwängliche Dankbarkeit
Polizeisprecher Thomas Schelshorn äußerte sich am Tag nach der großen Demonstration auf der Theresienwiese tief beeindruckt von der Atmosphäre und der Freundlichkeit der Teilnehmer. Zu Tausenden hätten die Demonstranten den Polizisten beim Verlassen des Geländes applaudiert, sich bedankt und Rosen geschenkt. „Das war dermaßen überschwänglich, das habe ich so noch nicht erlebt. Das ist natürlich sehr schön“, so Schelshorn. Die Polizei sprach von einer „sehr friedlichen Versammlung“ mit bis zu 250.000 Teilnehmern, die zu den größten Kundgebungen der letzten Jahre in München zählt.
Herausforderungen und internationale Zusammenarbeit
Rund 5.000 Polizistinnen und Polizisten waren am Wochenende in München rund um die Sicherheitskonferenz im Einsatz. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte die gute Bewältigung der Herausforderungen und betonte die Unterstützung aus fünf Nachbarländern: Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und Tschechien. „Das macht deutlich, wie wichtig der enge Schulterschluss der europäischen Staaten ist und wie reibungslos die Zusammenarbeit der Polizeien funktioniert“, sagte Herrmann.
Hintergründe der Demonstration und politische Reden
Die Demonstration unter dem Motto „Menschenrechte und Freiheit für Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk“ wurde bewusst während der Sicherheitskonferenz angesetzt, um internationale Aufmerksamkeit zu erzielen. Der Hoffnungsträger eines Großteils der iranischen Opposition, Reza Pahlavi, trat auf der Bühne auf und kündigte an, den Iran in eine demokratische Zukunft führen zu wollen. Parallel dazu fanden Reden von prominenten Politikern wie dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der mit dem Ewald-von-Kleist-Preis 2026 ausgezeichnet wurde, und US-Außenminister Marco Rubio statt, der versöhnliche Töne gegenüber Europa anschlug.
Verkehrsbehinderungen und kleinere Zwischenfälle
Trotz der friedlichen Stimmung kam es im Umfeld der Theresienwiese zu Verkehrsbehinderungen, und die Polizei warnte vor erheblichen Beeinträchtigungen. Zudem wurden zehn Verstöße gegen die Flugbeschränkung durch Drohnen festgestellt und zur Anzeige gebracht. Ein Unfall auf der Autobahn 9, bei dem acht Fahrzeuge einer Bereitschaftspolizei-Kolonne verwickelt waren, führte zu leichten Verletzungen bei mehreren Polizisten, beeinträchtigte aber nicht den Gesamteinsatz.
Weitere Demonstrationen und politische Diskussionen
Neben der Iran-Demo fanden am Samstag zahlreiche weitere Protestveranstaltungen in München statt, darunter eine Anti-Siko-Demo mit etwa 4.000 Teilnehmern und Kundgebungen für Frieden und Abrüstung. Politisch standen Themen wie ein möglicher europäischer Atomschirm, diskutiert von Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, sowie die Zukunft der transatlantischen Beziehungen im Fokus. Die Sicherheitskonferenz selbst wurde von Wolfgang Ischinger geleitet, während Ex-Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg voraussichtlich erst 2027 den Vorsitz übernehmen wird.
Insgesamt verlief das Wochenende trotz der großen Menschenmassen und komplexen Sicherheitsanforderungen weitgehend ruhig, wobei die positive Resonanz zwischen Demonstranten und Polizei besonders hervorstach.



