Berliner Polizisten unzufrieden mit dienstlichem Klopapier – Eigenes wird mitgebracht
Ein ungewöhnliches Problem beschäftigt die Berliner Polizei: Die Qualität des dienstlich gelieferten Toilettenpapiers sorgt für Unmut unter den Beamten. Mehrere Polizisten haben sich darüber beschwert, dass das Hygienepapier in den Dienststellen zu dünn geworden sei.
„Da kann man durchsehen“ – Beamte kritisieren Papierqualität
„Wir bringen mittlerweile unser eigenes Hygienepapier mit zur Arbeit, weil die dienstlich gelieferten Artikel einfach sehr dünn geworden sind“, erklärte ein Beamter gegenüber Medien. „Da kann man durchsehen.“ Die hauchdünne Beschaffenheit führe dazu, dass der Verbrauch seit Jahren steige. In den Dienststellen müssten immer mehrere Lagen des Papiers genutzt werden, um eine ausreichende Hygiene zu gewährleisten.
Beschaffungszahlen zeigen interessante Entwicklung
Die offiziellen Zahlen zur Beschaffung von Toilettenpapier bei der Berliner Polizei zeigen tatsächlich einen bemerkenswerten Verlauf. 2021 wurden 154.200 Rollen beschafft, im Jahr darauf bereits 183.400 Rollen und 2023 etwa 213.000 Rollen. Doch dann folgte eine Kehrtwende: 2024 sank die Zahl auf 205.400 Rollen und 2025 auf etwa 184.600 Rollen.
Polizeisprecher Florian Nath bestätigte diese Zahlen. Ob der Rückgang damit zusammenhängt, dass mehr Polizisten ihr eigenes Papier mitbringen, bleibt unklar. Systematische Erkenntnisse darüber, ob Mitarbeitende eigenes Toilettenpapier verwenden, liegen der Polizei Berlin nicht vor.
Kosten für Toilettenpapier nicht separat erfassbar
Für die Beschaffung der Hygieneprodukte ist die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) zuständig. Was das Toilettenpapier pro Jahr die Polizei genau kostet, lässt sich nicht berechnen. Nath erklärt: „Eine gesonderte Kostenauswertung ausschließlich für Toilettenpapier ist systemseitig nicht möglich, da die Beschaffungsdaten gemeinsam mit weiteren Hygieneprodukten wie Waschlotion, Papierhandtüchern, Desinfektionsmitteln und Spendersystemen erfasst werden.“
Hygieneausgaben im Überblick
Insgesamt lagen die Ausgaben für Hygieneartikel bei der Berliner Polizei in den vergangenen Jahren zwischen 750.000 und knapp 900.000 Euro pro Jahr. Nach einem Kostenanstieg im Jahr 2023 ist in den Folgejahren wieder eine leichte Reduzierung zu verzeichnen. Insgesamt bewegen sich die Ausgaben über den betrachteten Zeitraum auf einem vergleichbaren Niveau.
Beschaffung über Rahmenvereinbarungen
Einen Wechsel des Lieferanten habe es nicht gegeben. Die Polizei bezieht ihre Artikel überwiegend aus den durch das Landesverwaltungsamt Berlin (LVwA) ausgeschriebenen Rahmenvereinbarungen. „Aussagen zu den konkreten Ausschreibungsmodalitäten können daher nur durch das LVwA getroffen werden“, so Nath. „Auch die Festlegung der Qualitätskriterien – etwa Lagenzahl, Grammatur oder Umweltstandards – erfolgt im Rahmen dieser Ausschreibungen.“
Keine systematische Erfassung von Beschwerden
Interessanterweise werden Ausschreibungen sowie Beschwerden oder Rückmeldungen zur Qualität statistisch nicht erfasst. Wenn Mängel gemeldet werden, informiert die Polizei die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Diese reklamiert die Ware und stellt in der Regel ein Ersatzprodukt bereit.
Die ungewöhnliche Situation zeigt, dass selbst scheinbar banale Alltagsgegenstände wie Toilettenpapier in großen Behörden zu organisatorischen Herausforderungen führen können. Während die Beamten praktische Lösungen finden, bleibt die Frage nach der optimalen Beschaffungsstrategie offen.



