Friedliche Proteste gegen AfD bei Fraktionsklausur in Cottbus
Während die AfD-Bundestagsfraktion in Cottbus zu ihrer Klausurtagung zusammenkam, formierte sich direkt gegenüber vom Tagungshotel ein friedlicher Protest. Mehr als 130 Menschen versammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz der brandenburgischen Stadt, um gegen die rechtspopulistische Partei zu demonstrieren. Die Polizeidirektion Brandenburg Süd bestätigte die friedliche Versammlung, bei der viele Teilnehmer selbstgebastelte Eier in Form von Schildern trugen.
Bundesweiter Aktionstag für Verfassungsprüfung
Die Demonstration in Cottbus war Teil eines bundesweiten Aktionstages der Initiative „Prüf“, die eine verfassungsrechtliche Überprüfung der AfD und anderer rechtsextremer Parteien fordert. Parallel fanden in mehreren deutschen Städten ähnliche Proteste statt, darunter in Potsdam, Berlin, Hamburg, München und Stuttgart. In Potsdam kamen nach Polizeiangaben etwa 800 Menschen zusammen, während die Veranstalter von 1.100 Demonstranten sprachen.
Die Protestierenden in Cottbus, einer Stadt, die als AfD-Hochburg gilt, wollten mit ihrer Aktion ein deutliches Zeichen setzen. Das Bündnis Unteilbar Südbrandenburg erklärte: „Ziel ist es, die Präsenz der AfD in der Lausitz nicht unwidersprochen zu lassen und aufeinander Acht zu geben.“ Mehrere Gruppen aus der Umgebung waren extra angereist, um an der Demonstration teilzunehmen.
AfD-Klausur im Fokus der Öffentlichkeit
Die AfD-Bundestagsfraktion beriet an diesem Wochenende mit ihren Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla über die strategische Ausrichtung für die kommenden Monate. Die Klausur fand in einem Hotel in Cottbus statt, nur wenige Meter entfernt von den Protestierenden. Beide Demonstrationen – sowohl in Cottbus als auch in Potsdam – verliefen laut Polizei friedlich und ohne nennenswerte Störungen.
Zum Abschluss der Fraktionsklausur am Sonntag wollen Weidel und Chrupalla die Ergebnisse bei einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen. Die Protestaktionen haben jedoch bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass die AfD auch in ihren Hochburgen auf kritische Stimmen trifft, die eine Überprüfung der Partei durch die Verfassungsorgane fordern.



