Ermittlungen gegen Richter: Wiederaufnahme des Verfahrens wegen Missbrauchsvorwürfen
Ermittlungen gegen Richter: Verfahren wegen Missbrauchsvorwürfen

Ermittlungen gegen Richter: Verfahren wegen Missbrauchsvorwürfen wieder aufgenommen

Die Staatsanwaltschaft Flensburg hat die Ermittlungen gegen einen schleswig-holsteinischen Richter wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs an seiner eigenen Tochter wieder aufgenommen. Das Verfahren war zunächst eingestellt worden, doch eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft führte zur Wiederaufnahme.

Verfahren mit wechselvoller Geschichte

Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt bestätigte auf Anfrage, dass der Ausgangspunkt des Verfahrens eine Strafanzeige der Mutter des mutmaßlich geschädigten Kindes vom 7. Februar 2025 war. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft Flensburg Ermittlungen ein, die jedoch am 13. November 2025 zunächst gestoppt wurden. Als Begründung nannte Winterfeldt, dass „eine strafbare Handlung nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden konnte“.

Doch am 5. Februar 2026 landete eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holsteins. Die Folge: Am 9. März 2026 ordnete der Generalstaatsanwalt an, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Winterfeldt teilte mit, die Ermittlungen sollten demnach „wieder aufgenommen und dem Verfahren – vorläufig – Fortgang gegeben“ werden.

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Schwere Vorwürfe aus einem langen Zeitraum

Zu den konkreten Vorwürfen sagte der Oberstaatsanwalt: Es gehe um „Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs zum Nachteil einer Tochter, die sich im Zeitraum von 2012 bis 2020 ereignet haben sollen“. Weiter führte er aus, dass im Zuge der Ermittlungen auch ein familiengerichtliches Verfahren geführt werde, das „eine für alle Beteiligten höchst belastende Auseinandersetzung offenlegt“.

Im Umfeld des mutmaßlich betroffenen Mädchens im Teenager-Alter wurde kritisiert, die Ermittler hätten wichtige Zeugen übergangen. Dies weist die Ermittlungsbehörde jedoch entschieden zurück. Laut Winterfeldt seien „alle Zeugen vernommen worden, die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft zur Aufklärung hätten beitragen können“.

Beschuldigter schweigt zu den Vorwürfen

Der beschuldigte Richter selbst ließ eine ausführliche Anfrage zu den Vorwürfen unbeantwortet. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Flensburg laufen derzeit auf Hochtouren, wobei die Behörde betont, dass alle rechtlichen Schritte mit größter Sorgfalt geprüft werden.

Die Wiederaufnahme des Verfahrens zeigt, wie komplex und emotional belastend solche Ermittlungen sein können, insbesondere wenn sie innerhalb einer Familie stattfinden und gleichzeitig ein Richter als Beschuldigter involviert ist. Die Staatsanwaltschaft wird nun weitere Beweise sammeln und Zeugen erneut vernehmen, um zu einer fundierten Entscheidung über eine mögliche Anklageerhebung zu gelangen.

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