Am dritten Prozesstag im Mordfall Fabian schildert der Vater die Beziehung zur Angeklagten
Im Prozess um den Mord an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow hat der Vater des Jungen am dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock ausgesagt. Der 35-jährige Metallbauer berichtete von massiven Spannungen in der Beziehung zu seiner Ex-Freundin, der 30-jährigen Angeklagten. Diese sei in den vergangenen Jahren nicht berufstätig gewesen, sondern habe sich um Haushalt, Tiere und die Betreuung ihrer Großeltern gekümmert. Sie gelte als erwerbsunfähig, erklärte der Vater.
Pferde als zentraler Lebensinhalt
Die Angeklagte habe eine enge Bindung zu ihren Pferden gehabt, die sie bei ihren Großeltern in Reimershagen untergebracht hatte. Anfangs besaß sie drei Pferde, später fünf. Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme Ende 2025 lebte sie ebenfalls dort. Der Vater betonte, dass die Pferde für die Frau eine wichtige Rolle spielten: „Pferde sind sehr wichtig für sie, sie beruhigen Gina.“ Besonders der plötzliche Tod ihres Lieblingspferdes, das sie bereits als Teenager geritten hatte, sei ein schwerer Einschnitt gewesen. Mit diesem Tier habe sie viele Preise gewonnen.
Streit, Eifersucht und Kontrollzwang
Die Beziehung sei von häufigen Konflikten geprägt gewesen. Im Sommer 2025 trennte sich der Vater von der Angeklagten, um „mehr Freiraum“ für sich zu haben. Er schilderte Streitigkeiten über Geld und Zeit, die er auch für eigene Interessen nutzen wollte. Die Frau sei eifersüchtig gewesen, jedoch nicht gewalttätig. In einem Telefongespräch habe er zudem von einem starken Kontrollzwang der 30-Jährigen gesprochen. Die Angeklagte selbst schweigt bisher vor Gericht und machte keine Angaben zu den Vorwürfen.
Motiv: Eifersucht auf den Sohn?
Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, Fabian am 10. Oktober vormittags ohne Wissen der Mutter aus deren Wohnung in Güstrow abgeholt zu haben. An einem Wasserloch etwa 15 Kilometer südlich bei Klein Upahl soll sie den Jungen mit mehreren Messerstichen getötet haben. Die Tat ereignete sich kurz nach der Trennung des Vaters von der Angeklagten. Als Motiv nehmen die Ermittler an, dass der Achtjährige der Frau bei der Rettung der Beziehung zu seinem Vater im Wege stand. Die Eltern von Fabian hatten sich bereits 2018 getrennt, als der Junge fast zwei Jahre alt war. Der Prozess wird fortgesetzt.



