Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich nach monatelanger Flucht in Tschechien festgenommen
Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasst

Rechtsextremistin nach Flucht in Tschechien gefasst

Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich ist nach einer monatelangen, intensiven Fahndung nun endlich in Tschechien festgenommen worden. Tschechische Polizeibeamte nahmen die Gesuchte auf der Grundlage eines europäischen Haftbefehls in Schönbach bei Asch fest, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle mitteilte. Zuvor hatte bereits die „Mitteldeutsche Zeitung“ über diesen bedeutenden Fahndungserfolg berichtet.

Fluchtversuch und bevorstehende Auslieferung

Laut Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft habe Liebich kurzzeitig versucht, sich dem Zugriff der tschechischen Polizei zu entziehen, was jedoch nicht gelang. Sie befindet sich aktuell in Gewahrsam, und es wird ein formelles Auslieferungsverfahren eingeleitet, um sie nach Deutschland zu überstellen. Die Festnahme markiert einen wichtigen Schritt in der Vollstreckung ihrer rechtskräftigen Haftstrafe.

Hintergrund der Verurteilung und Flucht

Eigentlich hätte Liebich ihre Haftstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung spätestens seit dem 29. August 2025 im Frauengefängnis in Chemnitz antreten müssen. Stattdessen meldete sie sich nicht zum Haftantritt, woraufhin Polizei und Staatsanwaltschaft einen Vollstreckungshaftbefehl erließen. Eine deutschlandweite Fahndung wurde eingeleitet, nachdem Liebich über die Plattform X behauptet hatte, sich ins Ausland abgesetzt zu haben.

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Die Verurteilung erfolgte im Juli 2023 – damals noch unter dem Namen Sven Liebich – durch das Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung. Sowohl die Berufung als auch die spätere Revision gegen dieses Urteil scheiterten, wodurch die Strafe rechtskräftig wurde.

Debatte um Selbstbestimmungsgesetz und Erscheinungsbild

Der Fall hat in jüngster Zeit die Debatte über das neue Selbstbestimmungsgesetz erneut angefacht, da Sven Liebich seinen Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich und den Vornamen in Marla Svenja hat ändern lassen. Das Gesetz, das im November 2024 in Kraft trat und das frühere Transsexuellengesetz ablöste, erleichtert solche Änderungen deutlich.

Die Frage nach dem Erscheinungsbild Liebichs bei der Festnahme ließ der Sprecher der Staatsanwaltschaft offen. Allerdings berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“, dass Liebich Männerkleidung getragen habe und sein Kopf kahlrasiert gewesen sei. Diese Details unterstreichen die Komplexität des Falls, der rechtsextreme Straftaten mit persönlichen Identitätsfragen verbindet.

Die Festnahme in Tschechien beendet eine monatelange Flucht und unterstreicht die internationale Zusammenarbeit bei der Verfolgung von Straftätern. Die Justizbehörden betonen, dass solche Fälle mit aller Konsequenz verfolgt werden, um die Rechtsstaatlichkeit zu wahren.

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