Grundsteuerreform in Anklam: Stadt verfehlt Einnahmeziel nach einem Jahr
Die Grundsteuerreform hat in Anklam zu geringeren Steuereinnahmen geführt als ursprünglich erwartet. Widersprüche und Neubewertungen beim Finanzamt haben die prognostizierten Messbeträge reduziert, was die Stadt vor finanzielle Herausforderungen stellt.
Hebesatzanpassungen im Frühjahr 2025
Im März 2025 stand die Festsetzung der neuen Hebesätze für die Grundsteuer in Anklam zur Abstimmung. Um die jährlichen Einnahmen von 1,7 Millionen Euro aus der Grundsteuer B beizubehalten, erhöhte die Stadtvertretung den Hebesatz von 490 auf 655. Gleichzeitig wurde der Hebesatz für die Grundsteuer A, die landwirtschaftliche Flächen betrifft, von 600 auf 430 gesenkt. Diese Anpassungen sollten die Reform möglichst kostenneutral gestalten, führten jedoch bei einigen Grundstücksbesitzern zu Erleichterungen, bei anderen zu deutlichen Mehrkosten von mehreren Hundert Euro pro Jahr.
Finanzamt korrigiert Messbeträge nach unten
Ein Jahr später liegen nun aktuelle Zahlen vor, die zeigen, dass die Prognose nicht vollständig eingetroffen ist. Kämmerin Beatrix Wittmann-Stifft erklärte im Finanzausschuss, dass sowohl bei bebauten Grundstücken als auch bei Freiflächen Widersprüche und Neubewertungen beim Finanzamt zu einer Verringerung des erwarteten Messbetrags führten. Bei der Grundsteuer A verringerte sich dieser um etwa 1400 Euro, bei der Grundsteuer B um rund 950 Euro im Vergleich zur Prognose.
Stadt verfehlt Steuerprognose um etwa 12.000 Euro
Mit den neuen Bemessungsgrundlagen verfehlt Anklam das Ziel der Kostenneutralität knapp. Die Abweichung beträgt etwa 6200 Euro bei der Grundsteuer A und 5497 Euro bei der Grundsteuer B, insgesamt also rund 12.000 Euro. Die Stadt hat darauf keinen direkten Einfluss, da sich Widersprüche hauptsächlich gegen die Messbeträge des Finanzamtes richteten und nicht in großem Ausmaß bei der Stadt eingingen.
Keine erneute Diskussion der Hebesätze geplant
Trotz der Abweichungen sollen die Hebesätze bei der bevorstehenden Haushaltskonsolidierung 2026/27 nicht erneut zur Diskussion stehen, wie die Kämmerin betonte. Anklam liegt bei beiden Sätzen über dem Landesdurchschnitt, und die Messbeträge könnten sich durch weitere Widersprüche und Neubemessungen noch verändern. Eine exakte Punktlandung auf den Euro genau sei kaum zu erreichen, doch angesichts des Gesamtsteueraufkommens ist die Abweichung relativ gering.
Die Grundsteuerreform bleibt somit ein komplexes Thema, das in Anklam weiterhin für Gesprächsstoff sorgt, während die Stadt mit den finanziellen Auswirkungen umgeht.



