In der Gemeinde Bütow wird es im September 2026 eine Bürgermeisterwahl geben. Nachdem der bisherige Amtsinhaber Manfred Semrau sein Amt Anfang 2026 niedergelegt hatte, war lange unklar, ob sich ein Nachfolger finden würde. Nun hat sich mit Dietmar Ott ein Kandidat gemeldet, der bei der Neuwahl antreten möchte.
Rücktritt und personelle Engpässe
Manfred Semrau hatte das Bürgermeisteramt rund zwölf Jahre inne, bevor er nach etwa anderthalb Jahren der laufenden Wahlperiode zurücktrat. Die Gemeinde Bütow, zu der auch die Ortsteile Dambeck, Erlenkamp und Karchow gehören, stand dadurch vor einer schwierigen personellen Situation. Auch die Gemeindevertretung ist derzeit nur schwach besetzt. Durch den Rücktritt fiel ein weiterer Sitz weg, sodass die Handlungsfähigkeit zeitweise gefährdet war.
Dietmar Ott ist in der Gemeinde kein Unbekannter. Bereits bei der Kommunalwahl 2024 hatte er für das Bürgermeisteramt und die Gemeindevertretung kandidiert, unterlag damals jedoch Amtsinhaber Semrau mit rund 60 Prozent der Stimmen. Nach dessen Rücktritt gab es zunächst keine unmittelbare Lösung, da andere potenzielle Kandidaten mit bestehenden Ämtern kollidiert wären.
Neuwahl parallel zur Landtagswahl
Ott zögerte zunächst, wie er selbst einräumt: „Vor einigen Wochen war ich mental noch nicht so weit.“ Nach Gesprächen mit dem Amt Röbel-Müritz und Röbels Bürgermeister Matthias Radtke entschied er sich jedoch für eine Kandidatur. Die Neuwahl soll parallel zur Landtagswahl im September 2026 stattfinden, um den organisatorischen Aufwand zu reduzieren. Ott begrüßt zudem weitere Bewerber, damit die Bürger eine echte Wahl haben.
Seine Motivation beschreibt Ott deutlich: „Ich möchte nicht, dass die Verschacherung unserer Gemeinde eine Option wird. Die Region liegt mir am Herzen. Wegducken ist nicht.“ Erfahrungen bringt er durch seine Tätigkeit als Leiter des örtlichen Kulturvereins von 2021 bis 2023 und als Mitglied der Gemeindevertretung mit.
Herausforderungen des Ehrenamts
Ott betont die wachsenden Schwierigkeiten, das Bürgermeisteramt im Ehrenamt zu besetzen. Größere Gemeinden, mehr Verwaltungsvorgänge und steigende Anforderungen schreckten viele ab. Als selbstständiger Parkettlegermeister kann er sich Termine freier einteilen, was er als entscheidenden Vorteil sieht. „Das kannst du nur halbherzig machen, wenn du nebenbei einen Vollzeitjob hast“, so Ott. Er regt an, über zeitgemäße Modelle zu diskutieren, etwa eine Differenzierung zwischen Ehrenamt, Teilzeit oder Vollzeit. In Mecklenburg-Vorpommern erhalten ehrenamtliche Bürgermeister eine Aufwandsentschädigung, gestaffelt nach Einwohnerzahl – für Gemeinden unter 500 Einwohnern wie Bütow sind das 840 Euro monatlich.
Sollte Ott gewählt werden, möchte er zunächst das Miteinander innerhalb der Gemeinde stärken und die Ortsteile Bütow, Dambeck, Erlenkamp und Karchow wieder enger zusammenbringen.



