Feuerwehr Malchin mit 99 Einsätzen: Von Nebel-Alarm bis Moor-Rettung
Die Kameraden der Feuerwehr Malchin mussten im vergangenen Jahr zu insgesamt 99 Einsätzen ausrücken. Wehrführer René Giese präsentierte auf der Jahreshauptversammlung der Malchiner Feuerwehr eine Bilanz, die neben klassischen Brandbekämpfungen auch zahlreiche kuriose und ungewöhnliche Alarmierungen enthielt. Es müssen nicht immer lodernde Flammen sein, wenn die Sirenen ertönen – manchmal qualmt es auch ohne Feuer.
Sicherheitsnebel in der Bank verursacht Rätselraten
Vor einem besonderen Rätsel standen die Malchiner Feuerwehrleute, als ein Abschnitt der Steinstraße plötzlich in dichtem Nebel gehüllt war. Schnell wurde klar, dass der Qualm aus dem Automatenraum der Deutschen Bank stammte. Die Ursache war jedoch zunächst unklar: Handelte es sich um einen Banküberfall? Weit gefehlt. Durch eine technische Fehlfunktion war der Sicherheitsnebel der Geldautomatenanlage ausgelöst worden. Zu löschen gab es hier nichts, doch der Einsatz reiht sich ein in die vielfältige Bilanz des vergangenen Jahres.
Tierische Rettungen und ein neuer Kamerad namens Konrad
Die Feuerwehr musste 2025 auch mehreren Tieren zu Hilfe kommen. Bereits im Januar befreiten die Kameraden erfolgreich einen Hund in Wendischhagen, der im Eis eingebrochen war. Im April holten die Einsatzkräfte ein Schaf aus einem Klärteich. Ein besonderer neuer Kamerad namens Konrad hatte im Juli seine Premiere. Konrad ist ein Plüschtier, ein sogenannter Traumabär, der Kinder nach belastenden Situationen trösten soll. Der Bär kam zum Einsatz, als ein Kind aus einem verschlossenen Auto befreit wurde und wurde von der Firma Rosenbauer, einem führenden Hersteller von Feuerwehrtechnik, zur Verfügung gestellt.
Flucht ins Moor und Suche auf dem Teterower See
Im September diente der Gerätewagen Logistik als Transportmittel für eine gestürzte Wanderin nahe Gülitz, die auf diese Weise zu einem Rettungswagen gebracht werden konnte. Im gleichen Monat half die Malchiner Wassergefahrengruppe in Teterow bei der Suche nach einer vermissten Person. „Dies hat der Teterower Feuerwehr scheinbar so gut gefallen, dass sie die Jungs im Oktober gleich zweimal nachforderten“, berichtete Wehrführer Giese. So wurde auf dem Teterower See nach einem vermissten Angler gesucht, der dann wohlbehalten gefunden wurde.
In Alt Sührkow retteten die Einsatzkräfte einen Autofahrer, der nach einem Unfall vor der Polizei geflüchtet war und in einem morastigen Gewässer mit einem Schlauchboot geborgen werden musste. Diese Beispiele verdeutlichen die Bandbreite der Feuerwehreinsätze.
Einsatzstatistik und Herausforderungen durch Fehlalarme
Von den 99 Einsätzen des vergangenen Jahres waren:
- 43 Brandalarmierungen
- 55 Hilfeleistungen
- 1 Übung
Automatische Brandmeldeanlagen sorgten für zwölf Fehlalarme, während bei den Hilfseinsätzen 17 Fehlalarmierungen verzeichnet wurden. „Ein häufiger Grund ist zum Beispiel bei Türöffnungen, dass zwischen Alarmierung und Eintreffen der Feuerwehr dann doch jemand Anderes die Tür öffnen konnte“, erläuterte René Giese. Auch bei Fehleinsätzen müssen die Kameraden ihre Arbeit oder nachts das Bett verlassen, zum Gerätehaus eilen, die Einsatzkleidung anziehen und zum Einsatzort fahren – eine Herausforderung, die der Wehrführer besonders hervorhob.



