Erster Jahresempfang in Ueckermünde: Goldener Ueckerich für verdienten Seniorenbeirat-Vorsitzenden
Ueckermünde hat seinen ersten offiziellen Jahresempfang im festlich beleuchteten Schloss gefeiert. Das historische Gebäude erstrahlte in grünen, blauen und violetten Lichtakzenten, während vor dem Rathauseingang ein Zelt für das Büfett aufgebaut war. Das Maskottchen Ueckerich, bereits vom gemeinsamen Neujahrsempfang mit dem Gewerbeverein bekannt, hatte erneut einen prominenten Auftritt.
Auszeichnung für zwei Jahrzehnte Engagement
Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Goldenen Ueckerich an Manfred Quägber. Der 85-jährige Vorsitzende des Ueckermünder Seniorenbeirats erhielt die Ehrung von Bürgermeister Jürgen Kliewe für seine mittlerweile 20-jährige Amtszeit. „Das ist eine Auszeichnung für den gesamten Seniorenbeirat“, betonte der Geehrte bescheiden. „Allein würde ein Vorsitzender das nicht schaffen.“
Bürgermeister Kliewe hob in seiner Laudatio die zahlreichen Verdienste Quägbers hervor:
- Etablierung eines Rede- und Berichtsrechts des Seniorenbeirats in der Stadtsatzung
- Einrichtung einer Seniorenbeauftragten in der Stadtverwaltung
- Erfolgreiche Bewerbung um den Titel „Seniorenfreundliche Kommune“ mit erstem Platz 2023
- Durchsetzung praktischer Verbesserungen wie Sitzbänke und Fußgängerüberwege
- Aufbau einer regionalen Zusammenarbeit mit anderen Seniorenbeiräten
Quägber selbst kündigte an, dass er aktuell auf der Suche nach einem Nachfolger sei, da er in seinem Alter etwas kürzertreten möchte.
Würdigung für verdiente Gewerbetreibende
Neben der Hauptauszeichnung gab es weitere Ehrungen für Gewerbetreibende, die nach langjähriger Tätigkeit ihre Geschäfte geschlossen haben:
- Eveline Teuber betrieb das Geschäft Gardinen-Teuber von 1991 bis 2026 in der Ueckerstraße
- Jörg Kliewe führte das Flora-Eck an der Chausseestraße von 1994 bis 2026
- Malermeister Hartmut Mau hatte seinen Betrieb von 1985 bis 2026 (war am Abend nicht anwesend)
Rückblick und Ausblick auf Ueckermündes Entwicklung
Bürgermeister Jürgen Kliewe und Stadtpräsident Robert Kriewitz nutzten den Empfang für einen umfassenden Rück- und Ausblick auf das Jahr 2026. Sie thematisierten mehrere zentrale Bereiche der Stadtentwicklung:
Stadtentwicklung und Wirtschaft: Kliewe erinnerte daran, wie sich die Altstadt nach der politischen Wende von einer „grauen Maus in eine bunte Stadt“ verwandelt habe. Der aktuelle Leerstand resultiere aus fehlenden Nachfolgern und veränderten Einkaufsgewohnheiten.
Tourismus und Infrastruktur: Der Bürgermeister äußerte die Hoffnung, dass Ueckermünde wieder einen Lebensmittelmarkt bekomme, der auch während der Saison öffnen darf. Gleichzeitig wies er auf die vorhandenen Attraktionen hin: „Wir haben einen Tierpark, einen Strand, ein Kino, eine Bibliothek, ein Museum und viele Feste über das Jahr.“
Kritik an Förderpolitik: Besonders deutlich kritisierte Kliewe die Fördermittelvergabe des Bundes für den Umbau der Regionalen Schule. Nach jahrelanger Wartezeit habe die Stadt das riesige Vorhaben in nur anderthalb Jahren umsetzen müssen, andernfalls wäre die Förderung zurückzuzahlen gewesen. „Solche Auflagen dürfe es in Zukunft nicht mehr geben“, forderte der Bürgermeister.
Politische Grußworte und Abschiedsgeschenke
Phillip Amthor (CDU), Staatssekretär im Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, und Patrick Dahlemann (SPD), Chef der MV-Staatskanzlei, überbrachten Grußworte der Landesregierung.
Amthor verurteilte scharf Einschüchterungsversuche gegen Bürgermeisterkandidaten: „Es ist inakzeptabel, wenn Bürgermeisterkandidaten im Wahlkampf durch Angriffe auf Wohnhäuser eingeschüchtert werden sollen. Die Täter haben es verdient, verfolgt und bestraft zu werden.“
Dahlemann betonte, dass bei allen strittigen Themen wie Hotel oder Kreisel immer die Schaffung von Arbeitsplätzen im Mittelpunkt stehen müsse. Beide Politiker hatten bereits Abschiedsgeschenke für Bürgermeister Kliewe mitgebracht, darunter einen Coin der Ministerpräsidentin von der Landesregierung.
Festlicher Rahmen mit musikalischer Begleitung
Der Bürgersaal bot als Festsaal Platz für etwa 100 Gäste, wobei einige Plätze frei blieben. Die Beköstigung des Empfangs wurde vollständig durch Sponsoren finanziert: Die Darguner Brauerei stellte die Getränke, weitere Unterstützung kam vom Ueckermünder Detlef Pohl, der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft (UWG) und dem Unternehmen Nautical Mile.
Für die musikalische Umrahmung sorgten Maria Kriewitz und Lennard Siebert, Schüler der Kreismusikschule Uecker-Randow, am Flügel. Damit fand der erste Ueckermünder Jahresempfang einen würdigen Abschluss, der Tradition und Zukunft der Stadt gleichermaßen würdigte.



