Jarmen plant nach jahrelangen Verzögerungen endlich neuen Feuerwehrstützpunkt
Nach jahrelangen Vertröstungen und Mahnungen scheint für die Freiwillige Feuerwehr Jarmen in Vorpommern endlich Bewegung in die dringend benötigte Erneuerung ihres völlig veralteten Stützpunktes zu kommen. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, der Stadtvertretung noch in diesem Frühjahr zwei konkrete Entwürfe für einen komplett neuen Feuerwehrstandort vorzulegen. Dies betrifft eine der personell und technisch schlagkräftigsten Einheiten im mittleren Peene- und Tollensetal mit aktuell 58 aktiven Einsatzkräften.
Historisches Gebäude von 1930/31 entspricht längst nicht mehr den Anforderungen
Das aktuelle Gerätehaus an der Fabrikstraße stammt aus den Jahren 1930/31 und gleicht eher einem Denkmal als einer zeitgemäßen Feuerwache. Trotz zwischenzeitlicher Erweiterungen und Umbauten platzt das Fachwerk- und Backsteingebäude längst aus allen Nähten und gilt als permanenter Sanierungsfall. Besonders problematisch sind die beengten Verhältnisse in der Fahrzeughalle sowie eine gemischte Umkleide, die lediglich durch Kunststofflamellen verhangen ist und damit weder Privatsphäre noch angemessene Arbeitsbedingungen bietet.
Wehrführer Gerhard Vockelmann erinnerte daran, dass bereits 2013 zum 135. Geburtstag der Löschtruppe erstmals Visualisierungen eines neuen Gerätehauses gezeigt wurden – verbunden mit der dringenden Bitte, endlich konkrete Schritte einzuleiten. Inzwischen nähert sich die 1878 gegründete Feuerwehr ihrem 150. Jubiläum und das historische Gebäude seinem 100. Geburtstag, ohne dass bislang nennenswerte Fortschritte erzielt wurden.
Finanzierung bleibt vorerst ungewiss – Landkreis signalisiert Unterstützung
Obwohl die Planungen nun konkreter werden, bleibt die Finanzierung des Vorhabens vorerst unklar. Offizielle Fördermittelzusagen stehen noch aus, und das Projekt dürfte zum bisher teuersten Hochbauvorhaben der finanziell angespannten Kommune werden. „Dass das ganze Projekt eine Herkulesaufgabe für die Stadt ist, steht außer Frage“, räumte Wehrführer Vockelmann ein, betonte aber gleichzeitig: „Nichtsdestotrotz ist Feuerwehr Pflichtaufgabe für die Stadt und für die Zukunft wird ein schlagkräftiges Gefahrenabwehrzentrum benötigt.“
Der Landkreis Vorpommern-Greifswald verfolgt die Entwicklungen aufmerksam, da Jarmen als wichtige Stütze auch bei überregionalen Schadenslagen gilt. Sachgebietsleiter Mathias Kunicke für Brand- und Katastrophenschutz zeigte sich bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr zuversichtlich: Zwar könne er momentan nichts versprechen, da Entscheidungen zur nächsten Förderrunde noch ausstünden, aber die Chancen für das Projekt sähen sehr gut aus.
Neuer Standort am ehemaligen Bildungszentrum Technik geplant
Als neuer Standort ist das Gelände des ehemaligen Bildungszentrums Technik an der Lindenstraße vorgesehen, das sich bereits im Eigentum der Kommune befindet. Um den notwendigen Platz zu schaffen, soll die einstige Internatsbaracke abgerissen werden, die zwischen 2000 und 2024 sogar als provisorisches Rathaus diente. Die Feuerwehrführung wurde von Anfang an in die Planungen einbezogen, und ihre Vorstellungen seien weitestgehend berücksichtigt worden, wie Vockelmann lobend erwähnte.
Die Löschtruppe hat bereits eine klare Präferenz für eine der beiden Varianten und hofft, dass die Stadtvertreter diese Entscheidung mittragen werden. Bei der nächsten Sitzung der Stadtvertretung, die voraussichtlich im April stattfinden wird, sollen die Weichen für das Projekt endgültig gestellt werden. Anschließend soll die Planung baureif finalisiert und umgehend mit der Umsetzung begonnen werden – mit dem Ziel, 2026 tatsächlich konkrete Fortschritte zu sehen.
Das geplante Gefahrenabwehrzentrum soll nicht nur aktuellen Standards entsprechen, sondern konzeptionell und baulich bereits auf künftige Herausforderungen vorbereitet sein. Damit würde Jarmen nicht nur seine Pflichtaufgabe erfüllen, sondern ein für die gesamte Region elementar wichtiges Einsatzzentrum schaffen, das den gestiegenen Anforderungen an Brandschutz und Katastrophenhilfe gerecht wird.



