Park-App in Klink stößt weiter auf Widerstand: Bürger fordern Bargeld-Option
Das Thema Parken sorgt in der Müritz-Gemeinde Klink weiterhin für kontroverse Diskussionen. Trotz Nachbesserungen der kommunalen Parkgebührenordnung bleibt die Unzufriedenheit bei Einwohnern und Gästen groß. Die zentrale Forderung nach einer Bargeldzahlungsmöglichkeit wurde bislang nicht erfüllt.
Digitalisierung stößt an Grenzen
Nach der Einführung einer neuen Parkgebührenordnung, die rund um die Uhr Bezahlpflicht in Wohngebieten von Klink und Sembzin vorsah und ausschließlich mobile Bezahlung per App ermöglichte, formierte sich erheblicher Widerstand. Besonders ältere Bürger und Urlaubsgäste hatten Schwierigkeiten mit der digitalen Bezahlmethode. Bürgermeister Thomas Beckmann (Wählergemeinschaft) reagierte auf die Kritik mit technischen Erweiterungen.
„Wir haben nun drei Parkautomaten, zwei in Klink, einen in Sembzin und einen zweiten Anbieter zum Bezahlen“, erklärt Beckmann. „Doch Cash gibt es bei uns nach wie vor nicht.“ Der Bürgermeister räumt ein, dass der neue Anbieter höhere Gebühren verlangt, betont jedoch, dass diese Kosten nicht von der Kommune, sondern von den Nutzern getragen werden.
Bürgerinitiative bleibt unzufrieden
Daniela Hager, Sprecherin der Bürgerinitiative gegen die Parkgebühren, widerspricht der Einschätzung der Gemeinde: „Wir sind gar nicht zufrieden. Es hat sich ja auch nicht wirklich etwas auf unsere Kritik hin geändert.“ Das Kernproblem bleibe ungelöst: „Nach wie vor kann man nicht bar bezahlen. Das Problem ist für diejenigen, die nicht mit Handy und Kreditkarte unterwegs sind, nicht gelöst.“
Die Initiative kritisiert, dass der neue Automat lediglich die Möglichkeit biete, die Kurabgabe zu bezahlen – eine Funktion, die viele als unzureichende „Mehrleistung“ empfinden. Besonders betroffen seien Vermieter von Ferienwohnungen, deren Gäste regelmäßig Parkgebühren zahlen müssten, selbst wenn sie vor ihrer Unterkunft parken.
Folgen für das Gemeindeleben
Die anhaltende Kontroverse hat bereits praktische Auswirkungen:
- Viele Anwohner haben private Parkmöglichkeiten auf ihren Grundstücken eingerichtet, um Gebühren zu umgehen
- Öffentliche Parkplätze bleiben teilweise ungenutzt
- Soziale Situationen werden als „peinlich und unangenehm“ empfunden, wenn Besuch parken muss
„Peinlich und unangenehm“ sei es für Klinker, wenn eigener Besuch kommt und man „sich für Bruder, Onkel oder Schwager Gedanken machen muss, wie man das Parken organisiert“, so Hager.
Rechtliche Hürden und politische Perspektiven
Die Protestbewegung war mit einem Antrag beim Amt Seenlandschaft gescheitert, da ihre Forderungen gegen die Kommunalverfassung von Mecklenburg-Vorpommern verstoßen haben. Dennoch geben die Aktivisten nicht auf. „Auch, wenn wir nicht mehr viel Hoffnung haben, dass unsere Kommunalpolitiker uns in der Sache wirklich verstehen und ernst nehmen, leider“, äußert Hager resigniert.
Die Gemeinde hat immerhin eine Konzession gemacht: Die Bezahlpflicht für Anwohner wurde von rund um die Uhr auf die Zeit von 8 bis 18 Uhr reduziert. Diese Maßnahme reicht den Kritikern jedoch nicht aus, die weiterhin auf eine grundlegende Lösung drängen, die auch Bargeldzahlungen ermöglicht.



