Prignitzer Amtstierärztin Sabine Kramer geht nach 30 Jahren in den Ruhestand
Im Landkreis Prignitz steht ein bedeutender Wechsel in der Verwaltungsspitze bevor. Gleich drei Fachbereichsleiter gehen in diesem Jahr in den wohlverdienten Ruhestand. Neben Danuta Schönhardt, zuständig für Bildung, Jugend, Soziales, Migration und Gesundheit, sowie Holger Konrad, verantwortlich für Kreisstraßen und Immobilien, wird auch Sabine Kramer, die Amtstierärztin und Leiterin des Geschäftsbereichs II, ihre langjährige Tätigkeit beenden. Ihre offizielle Pensionierung erfolgt zum 21. Mai.
Fast drei Jahrzehnte im Dienst der Kreisverwaltung
Sabine Kramer trat am 1. Oktober 1996 als Tierärztin in die Kreisverwaltung ein und durchlief eine beeindruckende Karriere. Bereits 1999 wurde sie zur Kreisveterinärrätin ernannt. Von August 2000 bis Februar 2007 fungierte sie als Stellvertreterin des Amtstierarztes und leitete die Veterinäraufsicht. Ab 2007 übernahm sie schließlich die Position der Amtstierärztin und wurde im Mai 2010 als Beigeordnete des Landkreises Mitglied der Verwaltungsspitze.
Am 1. August 2014 übernahm Kramer die Leitung des damaligen Geschäftsbereichs V, der die Bereiche Gesundheit und Soziales umfasste. Später wurde dieser zum Geschäftsbereich IV erweitert, der zusätzlich den Ordnungsbereich einschloss. „Ich war mit Leib und Seele hier“, betonte Kramer bei ihrer emotionalen Verabschiedung Ende März. „Die Bereiche, für die ich zuständig bin, sind sehr konfliktbeladen.“
Herausforderungen von Vogelgrippe bis Schweinepest
Während ihrer Amtszeit musste sich Sabine Kramer mit zahlreichen tiergesundheitlichen Krisen auseinandersetzen. Besonders die grassierende Vogelgrippe, die auch im Landkreis Prignitz nachgewiesen wurde und zur Einrichtung von Sperrzonen führte, erforderte umfangreiche Maßnahmen. Zuvor bereitete die Afrikanische Schweinepest den Landwirten in der Region erhebliche Probleme.
Darüber hinaus setzte sich Kramer intensiv für eine koordinierte Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) ein. Sie holte regelmäßig alle beteiligten Akteure, darunter den Landesbetrieb Forst und das Landesamt für Umwelt, an einen Tisch, um gemeinsame Strategien zu entwickeln.
Im Herbst 2025 erreichte die Geflügelpest erneut den Landkreis Prignitz. Der Landkreis wird die Bekämpfungsmaßnahmen auch weiterhin organisieren und koordinieren, übernimmt in diesem Jahr jedoch nur noch 50 Prozent der Kosten. Die andere Hälfte müssen die Kommunen selbst tragen – eine Erhöhung gegenüber den vergangenen Jahren, in denen der Kostenanteil der Städte und Gemeinden bei lediglich 25 Prozent lag.
Nachfolgerin Maria Hansen tritt schwierige Aufgaben an
Die Nachfolge von Sabine Kramer ist bereits geregelt. Maria Hansen wurde bereits im Dezember vergangenen Jahres vom Kreistag zur neuen Beigeordneten gewählt und tritt voraussichtlich im Juni ihre Stelle im Perleberger Kreishaus an. Die 1977 im heutigen Landkreis Oberhavel geborene Hansen ist gelernte Pferdewirtin und studierte Agrarwissenschaftlerin.
In ihrer bisherigen Karriere arbeitete sie unter anderem als Referentin für Agrarpolitik im Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg. Aktuell ist Maria Hansen zweite Beigeordnete im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Die in Neustadt (Dosse) lebende Hansen gibt an, die Prignitz gut zu kennen, und erhielt bei ihrer Wahl mit 40 Ja- und zwei Nein-Stimmen einen deutlichen Vertrauensvorschuss der Kreistagsabgeordneten.
Auf sie warten nun die anspruchsvollen Aufgaben, die Sabine Kramer über fast drei Jahrzehnte mit großem Engagement bewältigt hat. Die Veterinäraufsicht, Umwelt- und Landwirtschaftsbelange sowie die Koordination bei Seuchenausbrüchen werden weiterhin im Fokus stehen.



