Stavenhagen verzichtet weiter auf Grundsteuer-Erhöhung - Haushalt verliert Hunderttausende
In der mecklenburgischen Stadt Stavenhagen bleiben die Hebesätze für die Grundsteuern auch in diesem Jahr unverändert. Die Mehrheit der Stadtvertreter hat es erneut abgelehnt, diese anzupassen, um nach der Steuerreform des Bundes gleich viel Geld einnehmen zu können wie in den Jahren zuvor. Diese Entscheidung hat erhebliche finanzielle Konsequenzen für die Kommune.
Verzicht auf über 330.000 Euro jährlich
Seit dem vergangenen Jahr werden Steuern nach neu ermittelten Grundstückswerten erhoben. Mit den alten Hebesätzen verzichtet die Stadt Stavenhagen jedoch auf mehr als 330.000 Euro im Jahr an potenziellen Einnahmen. Dies geschieht trotz einer prekären Finanzsituation, in der sich die Stadt befindet. Stavenhagen befindet sich aktuell in einer Phase der Haushaltskonsolidierung, was die Entscheidung umso bemerkenswerter macht.
Keine Diskussion über Steuererhöhungen
Anders als im Vorjahr wurde nicht einmal mehr über die Hebesätze diskutiert. Auf der anderen Seite haben die Stadtvertreter intensiv über jeden Euro gefeilscht, den man bei sogenannten freiwilligen Aufgaben einsparen könnte. Dazu zählen Bereiche wie Kultur, Sport und Vereinsarbeit. Peter Ritter, Vorsitzender der Fraktion „Die Linke/Zählgemeinschaft EB Trautmann“, erklärte zum Einsparkurs: „Niemand hat sich die Entscheidungen leicht gemacht.“
Er kritisierte jedoch scharf: „Wenn dann aber Vorschläge zur Steigerung von Einnahmen wortlos von UFS, CDU und AfD abgelehnt werden, ist das fahrlässig.“ Durch die erneute Weigerung, die Grundsteuer anzupassen, würden der Stadt mittlerweile insgesamt 700.000 Euro verloren gehen, wenn man die Jahre 2025 und 2026 zusammen betrachtet.
Politische Fronten verhärtet
Ritters Fraktion war bereits im Vorjahr die einzige, die sich für neue Hebesätze ausgesprochen hatte. Höhere Hebesätze würden für einige Einwohner bedeuten, dass sie mehr Grundsteuern zahlen müssten. Dies möchten die anderen Fraktionen verhindern. Sie sehen die Schuld primär beim Bund, dessen Beschlüsse die Kommunen nun ausbügeln müssten. Diese Verantwortungsübernahme will die Mehrheit der Stadtvertreter in Stavenhagen nicht akzeptieren.
Bereits im vergangenen Jahr hatten die Stadtvertreter heftig um die Grundsteuer gestritten. Die politischen Fronten scheinen sich weiter verhärtet zu haben. Während die eine Seite die finanziellen Einbußen als nicht tragbar ansieht, betont die andere Seite die Entlastung der Bürgerinnen und Bürger. Die Debatte zeigt exemplarisch die Spannungen zwischen kommunaler Autonomie und bundesweiten Reformen.
Die finanzielle Situation der Stadt bleibt angespannt. Die Entscheidung gegen höhere Hebesätze bedeutet, dass weiterhin erhebliche Summen an potenziellen Einnahmen fehlen. Wie sich dies langfristig auf die Haushaltskonsolidierung und die kommunalen Dienstleistungen auswirken wird, bleibt abzuwarten. Die Diskussion um die Grundsteuer in Stavenhagen ist damit noch lange nicht beendet.



