Ueckermünder Bürgermeisterwahl: Geplantes Kandidaten-Duell fällt aus
Zur Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Ueckermünde am 26. April hatte das Demokratie-Bündnis Vorpommern eine öffentliche Diskussionsrunde mit beiden verbliebenen Bewerbern organisiert. Doch der parteilose Kandidat Tino Spiegelberg sagte seine Teilnahme kurzfristig ab, was bei den Veranstaltern auf Unverständnis stößt.
Demokratie-Bündnis bedauert Absage
Das Demokratie-Bündnis Vorpommern zeigt sich enttäuscht über die Absage von Tino Spiegelberg. Walter Schaff vom Bündnis betont, dass viele Bürger den Kandidaten noch nicht gut kennen würden und die Diskussion eine wichtige Gelegenheit zur Vorstellung gewesen wäre. Auch der Kulturspeicherverein, der als Veranstaltungsort vorgesehen war, unterstützte diese Einschätzung.
Der zweite Bürgermeisterkandidat Karsten Berndt (parteilos) hatte dem Gespräch im Kulturspeicher bereits zugesagt. Laut Walter Schaff und Katrin Starke, der Vorsitzenden des Kulturspeicher-Vereins, hatte auch Tino Spiegelberg zunächst über einen Stadtvertreter seine Teilnahme signalisiert, zog diese Zusage jedoch am nächsten Tag mit Verweis auf terminliche Gründe zurück.
Verfügbarkeit alternativer Termine
Katrin Starke vom Kulturspeicherverein erklärt, dass ihr Team nach der Anfrage des Demokratie-Bündnisses an jedem anderen Tag der Woche für eine solche Veranstaltung bereitgestanden hätte. Sie stellt die kritische Frage: „Was gab es Wichtigeres für ihn, als sich den Bürgern und Bürgerinnen dieser Stadt öffentlich zu präsentieren?“
Bereits beim ersten Wahlforum im Kino zur Bürgermeisterwahl am 12. April hatte sich Tino Spiegelberg nicht gezeigt. Damals begründete er sein Fernbleiben mit Unregelmäßigkeiten im Ticketverkauf und dem geplanten Livestream. Katrin Starke verweist jedoch darauf, dass es bei der Bürgermeisterwahl um eine siebenjährige Amtszeit gehe, die tägliche Öffentlichkeitsarbeit erfordere.
Spiegelbergs eigene Pläne und Begründung
Tino Spiegelberg informierte den Nordkurier, dass er stattdessen eine eigene öffentliche Gesprächsrunde am Freitag, dem 24. April, anbieten wird. Von 16 bis 18 Uhr können Bürger zum „Bürgerdialog“ an den Ueckermünder Strand auf Höhe der Gaststätte Nordlicht kommen. „Jeder kann an mich herantreten und seine Fragen stellen“, so der Kandidat.
Die Absage der Diskussionsrunde begründet Spiegelberg mit Zeitmangel, nicht mit Scheu vor einem direkten Duell. „Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Arbeit als Bürgermeister sehr viel Öffentlichkeitsarbeit beinhaltet“, betont er. Sein Telefon stehe derzeit kaum still, und er nehme viele Einzeltermine wahr – etwa bei Ameos, Hafftrans, dem Tierpark und verschiedenen Geschäftsleuten. Zudem müsse er in seinem Beruf als Fliesenleger Arbeiten rechtzeitig erledigen.
„Für mich war die Entscheidung schnell klar, eher die Einzeltermine wahrzunehmen als mich auf einen politischen Schlagabtausch einzulassen, bei dem die Selbstdarstellung im Vordergrund steht“, erklärt Spiegelberg. Er wolle seine Zeit lieber direkt bei den Ueckermündern investieren, wo sie am meisten bewirke.
Kommunikationsproblem und Missverständnis
Nach Darstellung von Tino Spiegelberg kam es bei der Terminabstimmung zu einem Kommunikationsproblem. „Es gab tatsächlich eine halbe Zusage“, die er jedoch unter Vorbehalt gegeben und etwa zwei Stunden später wieder zurückgezogen habe. Dennoch sei 24 Stunden später offiziell auf der Facebook-Seite des Demokratie-Bündnisses verkündet worden, dass es ein Duell geben werde.
Walter Schaff vom Demokratie-Bündnis räumt ein, dass die Kommunikation nicht optimal verlaufen sei. Das Bündnis habe erst am Dienstagvormittag vergangener Woche von der Absage erfahren. Da eine andere Person Beiträge auf Facebook verwalte, sei die Einladung mit Zeitverzug erst am Dienstagnachmittag erschienen, obwohl Spiegelberg bereits abgesagt hatte. „Das ist nicht perfekt gelaufen“, so Schaff.
Die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Ueckermünde findet am 26. April statt, nachdem bei der ersten Wahl am 12. April kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hatte.



