Ein breites Bündnis aus über 120 zivilgesellschaftlichen Gruppen hat eindringlich vor den Risiken für Reisende bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA gewarnt. Die Organisationen sehen Fans, Spieler, Journalisten und andere Besucher erheblichen Gefahren ausgesetzt, die von willkürlicher Einreiseverweigerung bis hin zu unmenschlicher Behandlung im Gewahrsam reichen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme heißt es, die Regierung von US-Präsident Donald Trump verschärfe ihre „drakonische Einwanderungs- und menschenrechtsfeindliche Agenda“ weiter, was zu mehreren Risiken führe.
Konkrete Gefahren für Reisende
Zu den genannten Risiken zählen unter anderem die willkürliche Verweigerung der Einreise sowie die Gefahr von Verhaftung, Inhaftierung oder Abschiebung. Das Bündnis, dem unter anderem Amnesty International, Reporter ohne Grenzen und mehrere US-Fangruppen angehören, warnt zudem vor einer umfassenden Überwachung sozialer Medien und Durchsuchungen elektronischer Geräte. Auch die Unterdrückung der Meinungs- und Protestfreiheit wird thematisiert. Besonders besorgniserregend ist die Warnung vor „grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung – bis hin zum Tod – im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE“.
FIFA in der Pflicht
Das Bündnis sieht nicht nur die US-Regierung und die Austragungsstädte in der Verantwortung, sondern auch die FIFA. Jamil Dakwar von der American Civil Liberties Union kritisierte, der Weltverband bekenne sich zwar verbal zu den Menschenrechten, paktiere aber gleichzeitig mit der Trump-Regierung und gefährde damit Millionen von Menschen und deren Grundrechte. Es sei „höchste Zeit“, dass die FIFA ihren Einfluss nutze. Mitunterzeichnerin Jennifer Li von Dignity 2026 ergänzte, das Schweigen des Weltverbandes sei „ohrenbetäubend“.
Debatte um WM-Boykott
Infolge von Trumps aggressiver Außenpolitik und der Eskalation bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE, die bereits Todesopfer gefordert haben, hatte es in Europa kurzzeitig eine Debatte über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gegeben. Menschenrechtsorganisationen blicken bereits seit Monaten mit großer Besorgnis auf die Entwicklung der USA unter Trumps Führung. Im Vorfeld des Turniers, das vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada stattfinden wird, pflegt FIFA-Präsident Gianni Infantino eine enge und teils kritisierte Beziehung zu Trump.



