Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach angeblichem Angriff auf Militäranlage
Das Regime in Teheran hat einen weiteren Mann im Zusammenhang mit den Massenprotesten vom Anfang Januar exekutiert. Laut einer Menschenrechtsorganisation wurde er im Gefängnis gefoltert und sein Geständnis erzwungen. Die Hinrichtung erfolgte am 2. April 2026 und wirft erneut Fragen zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran auf.
Details zur Hinrichtung und den Vorwürfen
In Iran ist nach Angaben des Regimes ein Mann hingerichtet worden, dem vorgeworfen wurde, an einem Angriff auf eine geheime Militäreinrichtung beteiligt gewesen zu sein. Amirhossein Hatami sei für schuldig befunden worden, in die Sperranlage in Teheran eingedrungen zu sein, meldet die Justiz-Nachrichtenagentur Mizan. Hatami habe die Einrichtung beschädigt, einen Brand gelegt und versucht, Waffen und Munition zu entwenden. Er habe die Taten während eines Verhörs zugegeben. Sein Einspruch sei zurückgewiesen und das Urteil vom Obersten Gerichtshof bestätigt worden.
Ein Justizvertreter hatte im März erklärt, die Fälle im Kontext der landesweiten Proteste vom Januar seien abgeschlossen und die Urteile würden nun vollstreckt. Unterstützer schrieben auf X, Hatami sei zum Zeitpunkt seiner Hinrichtung erst 18 Jahre alt gewesen und zu einem Geständnis gezwungen worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren Verfahren
Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Hatami zu einer Gruppe von Gefangenen gehört, die in Haft Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt waren, bevor sie in grob unfairen Prozessen verurteilt wurden, die auf erzwungenen Geständnissen beruhten. Amnesty International betont, dass solche Praktiken gegen internationale Menschenrechtsstandards verstoßen.
In Iran sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mindestens 160 Todesurteile vollstreckt worden. Die iranische Justiz hatte am Dienstag angekündigt, die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher ohne Gnade und Nachsicht zu vollstrecken. Außer Spionage für die USA, Israel oder andere feindliche Staaten sollen künftig auch Terrorhandlungen, die Zerstörung staatlicher Einrichtungen sowie Taten, die Angst und Schrecken in der Bevölkerung auslösen, mit der Todesstrafe geahndet werden.
Hintergrund der Proteste und weitere Hinrichtungen
Die Proteste wurden Ende Dezember zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor. Tausende Demonstranten wurden getötet.
Bereits vor zwei Wochen sind in Iran drei Männer hingerichtet worden. Unter ihnen befand sich der 19 Jahre alte Wrestler Saleh Mohammadi, der in einem undurchsichtigen Prozess zum Tode verurteilt wurde und laut offiziellen Angaben am 19. März hingerichtet worden ist. Diese Fälle verdeutlichen die zunehmende Härte des iranischen Regimes gegenüber Dissidenten.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Besorgnis, während die Menschenrechtslage im Iran sich weiter verschlechtert. Experten warnen vor einer Eskalation der Gewalt und fordern unabhängige Untersuchungen der Vorwürfe.



