Iran setzt Hinrichtungswelle fort: Weitere Todesstrafe nach Massenprotesten vollstreckt
Die Hinrichtungswelle im Iran hält unvermindert an. Nach Angaben des offiziellen Justizportals wurde ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt. Die Behörden kündigen zudem noch schärfere Maßnahmen an, um gegen Regimekritiker vorzugehen.
Hinrichtung von Amirhossein Hatami
Der zum Tode verurteilte Amirhossein Hatami wurde durch Erhängen hingerichtet. Laut Justizangaben soll er einer Gruppe angehört haben, die in einen militärisch klassifizierten Standort der paramilitärischen Basidsch-Miliz in Teheran eingedrungen ist und dort Feuer gelegt haben soll. Das Todesurteil wurde vom obersten Gericht überprüft, eine Revision wurde als unbegründet abgelehnt.
Unterstützer des Hingerichteten berichten auf der Plattform X, dass Hatami zum Zeitpunkt seiner Hinrichtung erst 18 Jahre alt gewesen sei und unter Druck zu einem Geständnis gezwungen worden sein soll. Diese Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen.
Massive Hinrichtungswelle im Iran
Die Menschenrechtsorganisation Hengaw dokumentiert eine alarmierende Zahl von Hinrichtungen im Iran. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden nach ihren Angaben mindestens 160 Todesurteile vollstreckt. Diese Entwicklung unterstreicht die harte Linie der iranischen Justiz gegenüber Regimegegnern.
Verschärfung der Strafmaßnahmen
Die iranische Justiz hat am Dienstag angekündigt, die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher ohne Gnade und Nachsicht zu vollstrecken. Neben Spionage für die USA, Israel oder andere feindliche Staaten sollen künftig auch folgende Taten mit der Todesstrafe geahndet werden:
- Terrorhandlungen
- Die Zerstörung staatlicher Einrichtungen
- Taten, die Angst und Schrecken in der Bevölkerung auslösen
Hintergrund der Proteste
Die Massenproteste im Iran wurden Ende Dezember zunächst durch eine tiefgreifende Wirtschaftskrise ausgelöst. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging mit brutaler Härte gegen die Proteste vor, wobei Tausende Demonstranten getötet wurden.
Die anhaltende Hinrichtungswelle und die angekündigte Verschärfung der Strafmaßnahmen deuten darauf hin, dass die iranische Führung weiterhin entschlossen ist, jeglichen Widerstand mit äußerster Härte zu unterdrücken. Die internationale Gemeinschaft beobachtet diese Entwicklungen mit großer Sorge.



