AfD-Nachwuchspolitiker Dorow entgeht Parteiausschluss durch Ämterverzicht
AfD-Politiker Dorow entgeht Ausschluss durch Ämterverzicht

AfD-Nachwuchspolitiker Dorow entgeht Parteiausschluss durch Ämterverzicht

Der AfD-Nachwuchspolitiker Kevin Dorow wird doch nicht aus der Partei ausgeschlossen, muss dafür aber auf seine Ämter verzichten. Der Bundesvorstand der Alternative für Deutschland hat nach einer Anhörung des Chefs der AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm, entschieden, das Ausschlussverfahren gegen Dorow zurückzuziehen. Als Bedingung muss der Jungpolitiker seine Parteiämter niederlegen und unterliegt einer zweijährigen Ämtersperre.

Kompromiss beendet internen Streit

Jean-Pascal Hohm bestätigte die Einigung und erklärte, dass Dorow den Forderungen nachkomme. Der Politiker verzichtet damit auf seinen Sitz im Landesvorstand der Partei in Schleswig-Holstein und im Bundesvorstand der Generation Deutschland. Hohm äußerte, er hätte sich zwar eine vollständige Rücknahme der Parteiordnungsmaßnahme gewünscht, die er nach wie vor für sachlich überzogen halte. „Der nun gefundene Kompromiss zeigt jedoch, dass AfD und Generation Deutschland bereit sind, aufeinander zuzugehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. Das ist ein sehr gutes Zeichen“, so der GD-Chef.

Kevin Dorow selbst begrüßte die Entscheidung der Parteispitze. „Maßgeblich ist für mich, dass die politische Arbeit in Land und Bund fortgeführt werden kann. Es gilt nun, die Generation Deutschland in ihrer Aufbauphase weiter zu stärken und in Schleswig-Holstein die inhaltlichen und organisatorischen Grundlagen für die kommende Landtagswahl zu legen“, teilte er mit.

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Ursprünglich war Ausschluss vereinbart worden

In einer Sitzung des Bundesvorstands im Februar war zunächst ein Parteiausschlussverfahren gegen Dorow vereinbart worden. Diese Entscheidung hatte sowohl parteiintern als auch aus dem Umfeld der Partei Kritik ausgelöst. Bundesvorstandsmitglied Kay Gottschalk hatte bei X geschrieben: „Ich habe zugestimmt – und es tut mir leid“. Er hatte zudem angekündigt, bei der nächsten Vorstandssitzung das Thema erneut zur Diskussion stellen zu wollen.

Rede rief Staatsanwaltschaft auf den Plan

Der Konflikt um Kevin Dorow hatte sich an einer Rede entzündet, die der Politiker im November bei der Gründungsveranstaltung der neu gegründeten AfD-Parteijugend in Gießen gehalten hatte. Diese Rede hatte die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen, die die Prüfung einer möglichen Strafbarkeit gemäß Paragraf 86a Strafgesetzbuch einleitete. In diesem Paragrafen geht es um das „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“.

Dorow hatte sich in seiner Rede auf den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke bezogen und gesagt: „Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein“. Die neue Jugendorganisation werde „die Speerspitze der jungen Rechten in Deutschland sein“, hatte Dorow hinzugefügt. Der Ausspruch „Jugend wird durch Jugend geführt“ galt als Prinzip der sogenannten Bündischen Jugend in der Weimarer Zeit und später auch der Hitlerjugend.

Später erklärte Dorow, der Ausspruch „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ stamme aus der Wandervogelbewegung, also aus einer Zeit vor dem Nationalsozialismus und damit lange bevor die Hitlerjugend überhaupt existierte. Er sehe keinerlei Anlass, sich von dieser inhaltlich in keiner Weise verwerflichen Aussage zu distanzieren.

Die nun gefundene Lösung beendet den monatelangen internen Streit innerhalb der AfD und ermöglicht es Dorow, weiterhin als Parteimitglied aktiv zu sein, wenn auch ohne offizielle Ämter für die nächsten zwei Jahre. Die Entscheidung zeigt, dass die Partei bereit ist, interne Konflikte durch Kompromisse zu lösen, anstatt auf radikale Maßnahmen wie Parteiausschlüsse zurückzugreifen.

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