Studie: Demokratie weltweit im Niedergang – Autokratien auf dem Vormarsch
Demokratie weltweit im Niedergang – Autokratien auf Vormarsch

Demokratie weltweit im Niedergang – Autokratien breiten sich aus

Eine alarmierende Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass die Demokratie weltweit zunehmend unter Druck gerät. Der aktuelle „Transformationsindex 2026“ (BTI) analysiert die politische Entwicklung in 137 Staaten und kommt zu einem besorgniserregenden Ergebnis: Inzwischen werden 56 Prozent der untersuchten Länder autokratisch regiert. Diese Entwicklung markiert einen dramatischen Wandel gegenüber der Situation vor zwei Jahrzehnten.

Dramatische Trendwende innerhalb von 20 Jahren

Beim ersten Transformationsindex vor 20 Jahren stellte sich die weltpolitische Landschaft noch völlig anders dar. Damals verfügten Demokratien mit 55 Prozent über eine klare Mehrheit unter den analysierten Staaten. Heute hat sich dieses Verhältnis umgekehrt – ein deutliches Zeichen für den globalen Rückgang demokratischer Systeme. Die Studie dokumentiert eine besorgniserregende Entwicklung, die Experten mit großer Sorge betrachten.

Rechtsstaatlichkeit und Freiheitsrechte schwinden

Die Analyse der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass zentrale demokratische Grundpfeiler weltweit geschwächt werden. Rechtsstaatlichkeit, politische Freiheitsrechte und fairer politischer Wettbewerb sind laut der Untersuchung in vielen Ländern zunehmend gefährdet. Sabine Donner, Expertin der Bertelsmann Stiftung, äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ihre große Besorgnis über diese wachsende Autokratisierungstendenz.

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Unterschiedliche Ausprägungen autokratischer Systeme

Die Studie unterscheidet zwischen verschiedenen Formen autokratischer Herrschaft. Von den insgesamt 77 identifizierten Autokratien werden:

  • Ein Drittel als moderate Autokratien eingestuft
  • Zwei Drittel als „harte Autokratien“ klassifiziert, in denen Grundrechte vollständig missachtet werden

Zu den harten Autokratien zählen laut der Untersuchung unter anderem Russland, China, Afghanistan, Äthiopien, Iran, Katar, Myanmar, Nordkorea, Ruanda, Venezuela und Weißrussland.

Methodik und ausgeschlossene Staaten

Der Transformationsindex bewertet alle zwei Jahre die Qualität von Demokratie, Regierungsführung und Marktwirtschaft in 137 Ländern. Die aktuelle Ausgabe basiert auf der Zusammenarbeit mit 300 Experten aus mehr als 120 Ländern und deckt den Zeitraum von Februar 2023 bis Januar 2025 ab. Nicht in die Analyse einbezogen wurden 23 „wirtschaftlich hoch entwickelte und fest etablierte Demokratien“, darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan und Kanada. Auch die Vereinigten Staaten gehören nicht zum Untersuchungsspektrum, obwohl dort laut den Studienautoren derzeit „eine Erosion der Demokratie“ beobachtet wird.

Konkrete Einschränkungen demokratischer Grundlagen

Die Studie dokumentiert konkrete Einschränkungen demokratischer Grundrechte in autokratisch regierten Staaten:

  1. Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit werden systematisch eingeschränkt
  2. In 54 Prozent der untersuchten Länder erfüllen Wahlen keine demokratischen Mindeststandards
  3. Rechtsstaatlichkeit mit Gewaltenteilung und unabhängiger Justiz wird abgebaut oder missachtet

Diese Entwicklungen zeigen, dass demokratische Institutionen und Prozesse weltweit zunehmend untergraben werden. Die Bertelsmann-Studie liefert damit wichtige Daten für die internationale Demokratieforschung und politische Analyse.

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