CDU-Geschäftsstellen bei Google Maps zu 'Eierhaus' umbenannt - Bundesweite Aktion
CDU-Geschäftsstellen bei Google Maps zu 'Eierhaus' umbenannt

CDU-Geschäftsstellen bei Google Maps zu 'Eierhaus' umbenannt - Bundesweite Aktion sorgt für Aufsehen

Eine ungewöhnliche und bundesweite Aktion hat die CDU und teilweise auch die CSU in Atem gehalten. Unbekannte Täter haben zahlreiche Geschäftsstellen der Parteien im Kartendienst Google Maps zwischenzeitlich in "Eierhaus" umbenannt. Betroffen waren dabei diverse Bundesländer, darunter Berlin, Bayern, Hamburg, Hessen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und der WDR hatten zuerst über dieses großangelegte Namensdebakel berichtet.

Reaktionen der Parteien reichen von Empörung bis Gelassenheit

Die Reaktionen innerhalb der CDU fielen unterschiedlich aus. In Hamburg, wo die CDU-Zentrale unter der Adresszeile "CDU Eierhaus" firmierte, zeigte sich der parlamentarische Geschäftsführer Dennis Gladiator deutlich verärgert. "Da hat wohl jemand Ostern verpasst", mutmaßte er sarkastisch. "Verspätete Eierwitze sind ungefähr so originell wie ein abgelaufener Schokohase. Das ist nicht humorvoll, sondern schlicht daneben und fehl am Platz."

Etwas gelassener reagierte dagegen der CDU-Generalsekretär aus Schleswig-Holstein, Lukas Kilian. "Kreativer Protest sieht anders aus", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Aber das bereitet uns auch keine schlaflosen Nächte." Kilian erklärte, dass ein Nutzer über einen Änderungsvorschlag die Namen geändert habe. Diese Funktion sei zwar bei geänderten Öffnungszeiten von Restaurants sinnvoll, bei politischen Parteien oder Institutionen müsse diese Option jedoch eingeschränkt werden.

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Vielfältige Namensvariationen und mögliche Hintergründe

Die unbekannten Täter bedienten sich nicht immer des Begriffs "Eierhaus". In Erfurt tauchte etwa der Begriff "Eierladen" auf, in Eisleben in Sachsen-Anhalt wurde eine Änderung hin zu "Eierverband" vorgenommen. Die Geschäftsstelle des Kreisverbands Nordsachsen war kurzzeitig als "rehbraunes Eierhaus" auffindbar. Auch mehrere CSU-Geschäftsstellen in Bayern wurden zumindest zeitweise umbenannt - und mit dem Label "CSU Eierhaus" oder "Söder isst Eierhaus" versehen. Betroffen waren insbesondere mehrere Geschäftsstellen in München und im Münchner Umland.

Die Urheber und Hintergründe der Aktion bleiben offen. Medien stellten einen Zusammenhang her mit Protesten junger Leute gegen die Wehrpflicht. Bei einer Schüler-Demonstration gegen die Wehrpflicht Anfang März in Berlin hatte ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift: "Merz leck Eier" getragen. Die Polizei teilte anschließend mit, dass sie gegen den jungen Mann wegen Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ermittelt.

Schnelle Reaktion der CDU und Stellungnahme von Google

Die CDU bemühte sich indes um schnelle Deeskalation. Die Kreisverbände in Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Bekanntwerden des Vorfalls am Mittwochabend informiert, wie etwa der Parteisprecher in Schwerin berichtete. Wo es technisch möglich war, seien die Einträge bereits korrigiert worden. Google erklärte auf dpa-Anfrage, man sei bemüht, Google Maps so aktuell wie möglich zu halten und Nutzerinnen und Nutzern korrekte Informationen anzuzeigen. Fehlerhafte Informationen könnten mit Hilfe des Feedback-Buttons gemeldet werden.

Diese bundesweite Aktion zeigt einmal mehr, wie anfällig digitale Plattformen für Manipulationen sein können. Während die einen darin einen harmlosen Scherz sehen, interpretieren andere es als gezielten Protest. Die CDU arbeitet nun daran, ihre digitalen Präsenzen zu schützen und solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

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