Kongressausschuss plant Anhörungen von Epstein-Opfern nach Forderung von Melania Trump
Der zuständige Parlamentsausschuss zum Epstein-Skandal hat bestätigt, dass er Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein anhören wird. Diese Ankündigung erfolgt kurz nach einer öffentlichen Forderung von First Lady Melania Trump, die den US-Kongress aufforderte, den Betroffenen unter Eid eine Plattform für ihre Aussagen zu bieten.
Ausschussvorsitzender James Comer bekräftigt Pläne für Anhörungen
James Comer, der republikanische Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, erklärte gegenüber dem Sender Fox News, dass Anhörungen der Opfer durchgeführt werden. „Wir werden Anhörungen abhalten“, betonte Comer und fügte hinzu, dass dies von Anfang an Teil seiner Planung für die Ausschussarbeit gewesen sei. Allerdings nannte er keinen konkreten Zeitpunkt für diese Verfahren.
Comer gab zu bedenken, dass zwar einige Opfer bereit seien auszusagen, die Mehrheit jedoch zögere. Er stehe seit Monaten in Kontakt mit Anwälten der Betroffenen, um Vertrauen aufzubauen und den Prozess voranzutreiben.
Melania Trumps öffentlicher Appell für die Opfer
Bei einem Auftritt im Weißen Haus hatte Melania Trump deutlich gemacht, dass sie es für essenziell hält, den Opfern Epsteins eine Stimme zu geben. „Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen“, erklärte die First Lady. Sie betonte, dass nur durch solche Aussagen unter Eid die volle Wahrheit ans Licht kommen könne.
In ihrer Rede distanzierte sich Melania Trump persönlich von Epstein, indem sie klarstellte:
- Sie sei kein Opfer Epsteins gewesen.
- Sie und Epstein seien keine Freunde gewesen.
- Sie habe weder seine Privatinsel noch seine Flugzeuge betreten.
Ihre Aussagen lösten Spekulationen über die Motivation aus, da sie zu einem Zeitpunkt erfolgten, als die Epstein-Kontroverse durch andere Themen wie den Iran-Krieg in den Hintergrund gerückt war.
Hintergrund des Epstein-Skandals und Reaktionen
Jeffrey Epstein, ein Multimillionär aus New York, betrieb über Jahrzehnte einen Missbrauchsring, dem zahlreiche Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Er soll Minderjährige in New York und Florida persönlich missbraucht haben. Epstein starb 2019 im Alter von 66 Jahren in Haft.
Eine Gruppe von Opfern reagierte kritisch auf die Forderung der First Lady. Die Frauen argumentierten, sie hätten sich bereits geäußert und außergewöhnlichen Mut bewiesen. Sie sehen die Forderung als Ablenkung von anderen Verantwortlichkeiten, wie etwa der Aufarbeitung zurückgehaltener Ermittlungsakten durch das Justizministerium.
Die geplanten Anhörungen des Kongressausschusses markieren einen wichtigen Schritt in der Aufarbeitung des Skandals, der trotz zeitweiliger Vernachlässigung weiterhin politische und gesellschaftliche Debatten anheizt.



