Gladbachs Millionen-Poker: Warum Talent Ullrich trotz Top-Leistung auf der Bank sitzt
Gladbachs Millionen-Poker: Ullrichs Bankplatz trotz Top-Leistung

Gladbachs Millionen-Dilemma: Ullrichs Bankplatz trotz herausragender Leistungen

Die 90 Minuten gegen den 1. FC Heidenheim haben den Fans des VfL Borussia Mönchengladbach extrem wehgetan. Das 2:2 gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten war spielerisch über weite Strecken ein Offenbarungseid. Einzig Torhüter Moritz Nicolas (28) und das Glück beim abgefälschten Roller von Frank Honorat (30) zum späten Ausgleich bewahrten den VfL vor einer kompletten Blamage. Doch nicht nur die Anhänger hatten Schmerzen, sondern auch ein junger Spieler auf der Ersatzbank: Lukas Ullrich (22).

Nationalmannschafts-Star bleibt Vereins-Ersatz

Ullrich musste die gesamte Partie von außen verfolgen, obwohl er zuvor in der deutschen U21-Nationalmannschaft mit zwei Torvorlagen beim 3:0-Sieg gegen Nordirland eine absolute Galavorstellung abgeliefert hatte. Der auf internationaler Ebene glänzende Linksverteidiger erhält derzeit im Verein jedoch keine Spielzeit. Auch für das kommende Spiel am Samstag in Leipzig spricht wenig dafür, dass Trainer Eugen Polanski (40) ihn wieder in die Startformation holen wird.

Das Scally-Problem: Ein Millionen-Poker im Hintergrund

Ullrichs Problem trägt einen Namen: Joe Scally (23). Der US-Amerikaner spielt zwar eigentlich auf der rechten Außenbahn, doch dafür hat Polanski Jens Castrop (22) nach links auf die Position von Ullrich gezogen. Warum setzt der Trainer nicht einfach Ullrich links und Castrop rechts ein? Die Antwort liegt in einem finanziellen Poker um Millionenbeträge.

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Manager Rouven Schröder (50) hat bereits öffentlich gemacht, dass Gladbach neben dem bereits vollzogenen Transfer von Rocco Reitz für 20 Millionen Euro nach Leipzig weitere Stars verkaufen will. Frank Honorat (30) hat sich selbst bereits für einen Wechsel positioniert („Es wäre toll, nochmal international zu spielen“), und auch Scally träumt bekanntermaßen von der englischen Premier League. Um den Amerikaner zu einem hohen Preis verkaufen zu können, muss er regelmäßig Spielpraxis erhalten – ähnlich wie bei Luca Netz (22) vor dessen Zwei-Millionen-Transfer zu Nottingham Forest in diesem Winter.

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache

Mit der sportlichen Leistung hat die Rochade beim VfL nichts zu tun. Die Daten zeigen ein eindeutiges Bild: Lukas Ullrich hatte bereits vor dem Heidenheim-Spiel mehr erfolgreiche Flanken geschlagen als in der gesamten Vorsaison, in der er endgültig zum Stammspieler aufstieg. Ähnlich positiv entwickeln sich seine Werte bei Balleroberungen.

Joe Scally hingegen gewann selbst gegen das schwache Team aus Heidenheim nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe. In seinen 70 Minuten auf dem Platz hatte der Amerikaner mit 31 Ballkontakten deutlich weniger Einfluss als beispielsweise Kevin Stöger, der in nur 28 Minuten als Einwechselspieler auf 44 Ballkontakte kam.

Trainer Polanski verteidigt seine Entscheidung

Trainer Eugen Polanski kommentiert die Situation mit den Worten: „Ich bin froh, dass wir Konkurrenzkampf haben und die Jungs sich batteln.“ Allerdings kämpfen Ullrich und Scally in diesem Fall nicht unter gleichen Voraussetzungen. Während der Deutsche mit seinen Leistungen überzeugt, erhält der Amerikaner offenbar aus transferpolitischen Gründen den Vorzug.

Die Situation zeigt deutlich, wie wirtschaftliche Interessen im modernen Profifußball manchmal sportliche Entscheidungen beeinflussen können. Für Lukas Ullrich bedeutet dies aktuell, dass er trotz herausragender Leistungen in der Nationalmannschaft und überzeugender Statistiken im Verein warten muss – ein klassisches Talent-Dilemma im Millionenbusiness Fußball.

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