MSV Alt Käbelich: Mädchenfußball boomt, Verein benötigt dringend mehr Platz
Was macht man nicht alles für den eigenen Nachwuchs? Ralf Karberg, beruflich als Verkaufsleiter in Woldegk tätig und ehrenamtlich als Ortsratsvorsitzender in Grauenhagen engagiert, hat noch eine weitere wichtige Aufgabe übernommen. Er fährt regelmäßig nach Alt Käbelich, wo seine Tochter in der Mädchenfußballmannschaft des MSV Alt Käbelich spielt. Inzwischen ist er selbst Vereinsmitglied und trainiert die jungen Fußballerinnen mit großer Leidenschaft.
17 begeisterte Fußballmädchen im Team
Das Team umfasst aktuell 17 Fußballerinnen der Jahrgänge 2011 bis 2019. Die Mädchen kommen nicht nur aus Alt Käbelich, sondern reisen sogar aus Mildenitz an, um hier ihrem Sport nachzugehen. Insgesamt zählt der MSV Alt Käbelich stolze 90 Mitglieder. Dieser Erfolg bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, denn die Vereinsräume werden langsam zu eng.
Der Verein nutzt derzeit ein Gebäude, das früher zum Schulkomplex in Alt Käbelich gehörte und in dem sich die Schulküche sowie der Essensraum befanden. Die beengten Verhältnisse haben den Verein dazu bewogen, einen Blick auf die gegenüberliegende Seite zu werfen. Dort waren zu DDR-Zeiten Kita und Hort untergebracht, und bis vor Kurzem arbeitete dort noch eine Tagesmutter.
Pläne für Erweiterung und neue Sparte
Mittlerweile stehen diese Räume leer, und Vereinsvorsitzender Sven Langner hat Kontakt zur Gemeinde Lindetal aufgenommen. Die Gemeinde zeigt sich nicht abgeneigt, und Bürgermeisterin Rosemarie Kroh möchte das Thema weiter verfolgen. „Den zusätzlichen Platz benötigen wir dringend, denn wir planen, unser Angebot zu erweitern. Eine Dartsparte soll hinzukommen“, verrät Sven Langner.
Da solche Projekte immer mit Kosten verbunden sind, hat der MSV Alt Käbelich eine kreative Lösung gefunden: eine Sponsorenwand. Jeder Unterstützer erhält eine personalisierte Plakette mit seinem Namen und einer Bewertung von ein bis fünf Sternen, wie Ralf Karberg erklärt. Die Fußballmädchen haben sich dabei nicht zu schade gezeigt und beim Pflastern tatkräftig mitgeholfen.
Eigeninitiative und sportliche Erfolge
Durch viel Eigeninitiative und zahlreiche Wochenendeinsätze entstanden neben dem „Stadion am Sendemast“ eine neue Verkaufshütte und ein gepflasterter Unterstand, der Zuschauer bei Regen schützt. Selbst der Baggerfahrer, der bei diesen Arbeiten half, wurde mit einer Sponsorenplakette geehrt.
Die Fußballmädchen, von denen einige aus dem Woldegker Umland stammen, haben diese Anerkennung verdient. Sie müssen häufig gegen Jungen antreten, wobei sie zwar zwei Jahre älter sein dürfen als ihre männlichen Gegner, aber dennoch besondere Herausforderungen meistern. „Ein solches Spiel ist immer fordernd“, weiß Trainer Ralf Karberg. Umso stolzer macht es ihn, dass seine Spielerinnen jüngst in Warnemünde mit 1:0 gegen eine Hansa-Mannschaft führten und bei neun teilnehmenden Teams den vierten Platz belegten.
Der MSV Alt Käbelich steht somit vor einer spannenden Phase: Der Boom im Mädchenfußball erfordert mehr Platz, und der Verein setzt auf innovative Finanzierungsideen, um seine Ziele zu verwirklichen.



