Preußen Münster bangt um Top-Scorer Batista-Meier nach Schulterverletzung
Ein Punktgewinn mit bitterem Beigeschmack: Beim 0:0 von Preußen Münster beim Vorletzten Holstein Kiel gab es zwar defensive Fortschritte zu sehen, doch die frühe Verletzung von Offensivstar Oliver Batista-Meier überschattet das Ergebnis. Der 24-jährige Deutsch-Brasilianer musste bereits in der 15. Spielminute nach einem harten Foul von Gegenspieler Kasper Davidsen mit Schulterproblemen ausgewechselt werden.
Erster Verdacht auf Schultereckgelenksprengung
Der erste Verdacht der Mediziner lautete auf eine Schultereckgelenksprengung, was im schlimmsten Fall das vorzeitige Saisonende für den Spieler bedeuten könnte. Allerdings gibt es vorsichtige Hoffnungsschimmer. Chefcoach Alois Schwartz äußerte sich nach dem Spiel zuversichtlich: „Wir haben berechtigte Hoffnung, dass es vielleicht doch nur eine starke Prellung sein könnte. Bei einer Sprengung nehmen die Beschwerden in den Stunden danach in der Regel weiter zu. Olli ist aber – den Umständen entsprechend – ganz gut durch die Nacht gekommen.“
Batista-Meier selbst zeigt sich optimistisch und hofft auf eine schnelle Rückkehr: „Vielleicht bin ich ja schon nächsten Samstag daheim gegen Fürth wieder dabei. Mehr als ein Spiel verpasse ich aber definitiv nicht.“ Die endgültige Diagnose wird jedoch erst eine MRT-Untersuchung am Dienstag bringen.
Verletzung trifft Münster in kritischer Phase
Der mögliche Ausfall des Top-Scorers kommt für Preußen Münster zur denkbar ungünstigsten Zeit. Batista-Meier ist mit sechs Toren und vier Vorlagen der erfolgreichste Scorer der Mannschaft, die als Tabellenletzter dringend Punkte benötigt. Die allgemeine Torgefahr der Preußen blieb auch in Kiel problematisch – bei nur 31 erzielten Treffern in der Saison hat nur Eintracht Braunschweig mit 30 Toren eine noch schwächere Offensivbilanz.
Trainer Schwartz analysiert die Situation nüchtern: „Man spürt ganz deutlich ihre Verunsicherung. Doch wir haben uns zumindest Möglichkeiten erspielt, wobei es noch zu wenige waren, weil wir hinten raus unpräzise wurden. Die Jungs müssen mal wieder ein Erfolgserlebnis haben, dann löst sich auch ihre Blockade vorm gegnerischen Kasten.“
Abwehr stabil, aber Offensive harmlos
Positiv zu vermerken war die defensive Stabilität der Münsteraner, die in Kiel ihre erste Auswärts-Nullnummer seit November einfuhren. Abwehrchef Paul Jaeckel zeigte sich nach dem Spiel zuversichtlich: „Das Spiel gibt uns ein gutes Gefühl und eine gewisse Sicherheit, dass wir auch in den nächsten Wochen stabil stehen können. Außerdem haben wir gesehen, dass einfache Bälle nicht zwingend uneffektiv sind, sondern auch zu Gelegenheiten führen.“
Doch die verpassten Torchancen durch Joshua Mees, Lars Lokotsch, Etienne Amenyido und dem eingewechselten „Schweden-Oscar“ Vilhelmsson zeigen das offensiv Problem deutlich. Jaeckel betont trotz der schwierigen Tabellensituation den Kampfgeist: „Wir sind zwar Tabellenletzter – aber noch lange nicht tot.“
Die kommenden Tage werden zeigen, wie lange Preußen Münster auf ihren Top-Scorer verzichten muss und wie die Mannschaft diese personelle Lücke in der entscheidenden Phase des Abstiegskampfes schließen kann.



