Pyro-Einsatz in Braunschweig: Nürnberg steht doppelte Geldstrafe bevor
Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit im Zweitliga-Spiel zwischen Eintracht Braunschweig und dem 1. FC Nürnberg (Endstand 1:1) kam es zu einem folgenschweren Vorfall. Aus dem Gästeblock der Nürnberger Fans explodierten Pyrotechnik-Körper, die dichte schwarze Rauchschwaden über das Spielfeld zogen. Die Situation erforderte eine minutenlange Unterbrechung der Partie, was für den 1. FC Nürnberg erhebliche finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen wird.
Finanzielle Belastung durch wiederholte Verstöße
Für jede abgeschossene Pyrotechnik-Einheit muss der Verein eine Strafe von 1.500 Euro entrichten. Durch die erzwungene Spielunterbrechung kann sich diese Summe nach den Regeln des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sogar verdoppeln. Nach Informationen aus Kreisen des Profifußballs hat der 1. FC Nürnberg in der laufenden Saison bereits über 150.000 Euro wegen ähnlicher Vergehen seiner Anhänger zahlen müssen.
Sportliche Nachteile durch den Zwischenfall
Neben den finanziellen Folgen könnte sich der Vorfall auch sportlich negativ ausgewirkt haben. Nürnberg führte zur Halbzeit mit 1:0, doch unmittelbar nach Wiederaufnahme des Spiels nach der Pyro-Unterbrechung kassierte die Mannschaft einen Freistoßtreffer zum vermeintlichen 1:1. Dieser Treffer wurde zwar nach VAR-Überprüfung wegen Abseitsstellung aberkannt, doch Braunschweig fand anschließend deutlich besser ins Spiel und setzte die Gäste unter Druck.
Nürnbergs Trainer Miroslav Klose (47) äußerte sich kritisch zu den Vorkommnissen: „Es unterbricht total den Spielfluss. Es ist Halbzeit, du kommst raus und dann ist ein Break drin. Noch dazu gibt es Freistoß in einer gefährlichen Position. In dieser Zeit kann der Gegner coachen. Die Spieler können zusammenkommen und können sich was einfallen lassen. Das ist dann schwierig.“
Mannschaft kam nicht mehr richtig in Schwung
Der 1. FC Nürnberg fand nach der Unterbrechung nicht mehr zu seiner früheren Spielstärke zurück. Nur dem herausragenden Torhüter Jan Reichert (24) war es zu verdanken, dass die Gäste am Ende wenigstens einen Punkt aus Braunschweig mitnehmen konnten. Reichert kommentierte: „So eine Unterbrechung kann dir schon noch einmal einen Knacks geben, darf es aber eigentlich nicht. Gerade das aberkannte Tor hätte ein Hallo-wach-Effekt sein müssen, war es aber leider nicht.“
Der Vorfall wirft erneut die Frage auf, wie Vereine besser gegen Pyrotechnik-Einsätze ihrer Fans vorgehen können, insbesondere wenn sich solche Vorkommnisse wie im Fall Nürnberg häufen und sowohl finanziell als auch sportlich spürbare Konsequenzen haben.



