Spanische Medien stellen Manuel Neuers Leistungsfähigkeit infrage
Vor dem hochkarätigen Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid gerät Torhüter Manuel Neuer zunehmend in die Kritik der spanischen Presse. Besonders die Sportzeitung Marca äußert deutliche Zweifel an der aktuellen Form des 40-jährigen Schlussmanns, der mit einigen statistischen Schwächen zu kämpfen hat.
Historische Erfolge und aktuelle Herausforderungen
Manuel Neuer kehrt an den Ort seiner größten Triumphe zurück: Im Estadio Santiago Bernabéu avancierte er 2012 im Halbfinale durch gehaltene Elfmeter gegen Cristiano Ronaldo und Kaká zum Bayern-Helden. Doch seit jenem legendären Abend verliefen die Auswärtsreisen der Münchner nach Madrid weniger erfolgreich. Real Madrid entschied die vergangenen vier K.o.-Duelle in der Champions League für sich, zuletzt 2024 im Halbfinale mit einem Gesamtergebnis von 4:3.
Im Rückspiel jener Begegnung machte Neuer eine unglückliche Figur. Nach einem ansonsten starken Spiel patzte er kurz vor Schluss folgenschwer: Einen Schuss von der Strafraumkante ließ er abprallen, Joselu nutzte die Chance zum zwischenzeitlichen Ausgleich und erzielte wenige Minuten später sogar den Siegtreffer.
Statistische Analysen zeigen Defizite auf
Die spanische Presse führt konkrete Zahlen an, die Neuers aktuelle Schwächen untermauern:
- 29 Gegentore in 30 Pflichtspielen
- Eine Abwehrquote von nur 58,7 Prozent
- Laut Datenanalyse-Firma „Driblab“ im unteren Bereich aller Torhüter beim Verhältnis von Paraden zu Gegentoren
Marca titelt deutlich: „Neuer lässt in seiner Wachsamkeit nach“ und betont, dass der Torwart „mit vielen Fragezeichen im Gepäck“ nach Madrid reist. Auch Sky-UK-Reporter Dougie Critchley warnt im Gespräch mit der spanischen Zeitung: „Er wirkt bei Standards zunehmend fehleranfällig. Das könnte zum Problem werden.“
Stärken bleiben erhalten – Unterstützung von Trainer und Legende
Trotz der kritischen Stimmen bleiben Neuers Qualitäten im Spielaufbau unbestritten. Mit einer Passquote von 91,8 Prozent in der eigenen Hälfte und 45,3 Prozent in der gegnerischen Hälfte beweist er weiterhin seine Klasse als mitspielender Torwart.
Bayern-Trainer Vincent Kompany stellt sich demonstrativ vor seinen Kapitän: „Mit 40 ist man noch jung. Entscheidend ist der Hunger.“ Kompany betont, dass Neuer sich von einer schweren Verletzung zurückgekämpft habe und „immer wieder auf höchstem Niveau“ abliefern würde.
Auch Felix Magath, ehemaliger Bayern-Coach, adelt seinen früheren Schützling in der Bild-Zeitung: „Ich sehe Manuel auf einer Stufe mit Messi und Cristiano Ronaldo.“ Magath rät Neuer, „so lange wie möglich weiterzumachen“.
Ob Neuer seine Karriere über die laufende Saison hinaus fortsetzen wird, bleibt vorerst offen. Am Mittwochabend steht er erneut im Bernabéu – jenem Stadion, in dem er einst Fußballgeschichte schrieb und wo er nun beweisen muss, dass er trotz seines Alters und der kritischen Statistiken weiterhin zu Spitzenleistungen fähig ist.



