TSV 1860 München: Die Restsaison hat noch finanzielle und sportliche Bedeutung
Die Aufstiegsträume des TSV 1860 München sind nach der 0:3-Niederlage in Cottbus endgültig geplatzt. Doch die Restsaison in der Dritten Liga ist für die Löwen keineswegs wertlos. Trainer Markus Kauczinski sieht in den verbleibenden sechs Spielen eine Chance, die Weichen für die kommende Saison 2026/27 zu stellen und möglicherweise noch ein DFB-Pokal-Ticket zu ergattern.
Finanzielle Gleichheit in der Dritten Liga
Im Gegensatz zu den Bundesligen spielt die Tabellenplatzierung in der Dritten Liga finanziell fast keine Rolle. Die TV-Erlöse werden gleichmäßig unter allen Teilnehmern verteilt, abzüglich der zweiten Mannschaften. In dieser Saison erhält jeder Verein 1,31 Millionen Euro, unabhängig von seiner Position. Eine Ausnahme bildet der vierte Platz, der automatisch zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt – ein lukratives Ziel sowohl sportlich als auch finanziell.
Kauczinski teilt die Kritik von Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz, der mehr Anreize durch eine differenzierte Verteilung der Gelder fordert. "Es macht prinzipiell Sinn, dass Erfolg belohnt wird", so der Löwen-Coach. Der aktuelle TV-Vertrag läuft bis Sommer 2027 und bringt der Liga jährlich 26,2 Millionen Euro ein.
Kaderumbruch und interne Scouting-Möglichkeiten
Mit 16 auslaufenden Verträgen steht dem TSV 1860 ein umfangreicher Kaderumbruch bevor. Kauczinski nutzt die letzten Spiele, um Spieler zu beobachten und Entscheidungen für die neue Saison zu treffen. "Da waren Jungs, die haben Vertrag, die haben enttäuscht. Da sind Jungs, deren Vertrag ausläuft, die haben enttäuscht", erklärt der Trainer. Dabei betont er den respektvollen Umgang mit den Leistungen der Spieler.
Der Fokus liegt nicht nur auf jungen Talenten, sondern auch auf erfahrenen Kräften, die bisher weniger Einsatzzeit hatten. Kauczinski will eine neue Mannschaft formen, die in der neunten Saison in Folge in der Dritten Liga bestehen kann.
Totopokal-Finale als Höhepunkt der Restsaison
Das wichtigste Spiel der verbleibenden Saison ist das Totopokal-Finale am 23. Mai gegen den Regionalligisten Würzburger Kickers. Ein Sieg würde nicht nur einen Titel bedeuten, sondern auch einen Startplatz im DFB-Pokal, der in dieser Saison 211.886 Euro wert war. Zusätzlich könnte ein Erfolg bei Vertragsverhandlungen ein Pluspunkt sein.
Kauczinski fordert von seiner Mannschaft, in den letzten Ligaspielen gegen Jahn Regensburg und anderen Gegnern Leistung zu zeigen, um das Gesicht des Vereins zu wahren. "Jeden Platz, den man besser machen kann, besser machen zu wollen", lautet sein Motto für die triste Restsaison.



