Tyson Fury vor Comeback-Kampf: Plötzliche Zweifel beim 'Gypsy King'
Der Frühling beschert Box-Fans in diesem Jahr Woche für Woche spektakuläre Events. Nach dem beeindruckenden K.o.-Sieg von Moses Itauma und dem intensiven Duell zwischen Dereck Chisora und Deontay Wilder steht nun ein weiteres Highlight an: Tyson Fury gibt sein lang erwartetes Comeback. Der "Gypsy King" tritt am Samstag vor 60.000 Zuschauern im Londoner Tottenham Stadium gegen Arslanbek Makhmudov an – live übertragen auf Netflix.
Lange Pause und ungewöhnliche Unsicherheit
Seit Dezember 2024 hat Fury nicht mehr im Ring gestanden, als er im Rückkampf gegen den ungeschlagenen Weltmeister Oleksandr Usyk unterlag. Bereits im April 2022 kündigte der Klitschko-Besieger nach seinem Sieg gegen Dillian Whyte seinen Rückzug an, kehrte aber nur ein halbes Jahr später zurück. Nun sind fast 1,5 Jahre seit seinem zweiten Rücktritt vergangen. Doch während Fury scheinbar nicht vom Boxen lassen kann, zeigen sich bei ihm unerwartete Zweifel.
Vor seinem erneuten Comeback äußert der 37-Jährige: "Bis zum Kampf am Samstag werde ich 16 Monate lang nicht im Ring gestanden haben. Mit 37 Jahren sind 16 Monate eine sehr lange Zeit. Ich habe also einiges aufzuholen und muss in Ruhe darüber nachdenken, wie es mir wirklich geht."
Eindrücke vom Chisora-Wilder-Duell als Auslöser
Offenbar hat der Kampf zwischen Chisora und Wilder am vergangenen Wochenende Fury nachdenklich gestimmt. Seine deutliche Meinung dazu: "Es war traurig, es war herzzerreißend. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie zwei Männer so tief fallen sehen wie diese beiden."
Diese Beobachtung führte zu einer ernüchternden Erkenntnis: "Und ich dachte: Bin ich der Nächste? Bin ich das? Also sagte ich zu meinem Team: 'Wenn ich in meinem Kampf auch nur 10 Prozent so schlecht bin wie die anderen, dann erschießt mich.'"
Klarer Favorit mit mentalen Herausforderungen
Trotz dieser ungewöhnlichen Selbstzweifel tritt Fury gegen Makhmudov als klarer Favorit an. Der Russe galt bis Dezember 2023 als aufstrebender Star im Schwergewicht, musste dann jedoch in Riad seine erste Niederlage gegen den deutschen Box-Star Agit Kabayel hinnehmen. Nur acht Monate später verlor er überraschend auch gegen den Italiener Guido Vianello.
Furys Comeback ist somit nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch ein mentaler Test für den erfahrenen Boxer, der nach langer Pause und beeinflusst durch jüngste Kämpfe seiner Kollegen mit unerwarteten Unsicherheiten zu kämpfen hat.



