Leichtathletik-Weltverband kündigt eigenständige Marathon-Weltmeisterschaften an
Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics wird seine Weltmeisterschaften in Zukunft ohne die Marathon-Disziplin austragen. Wie der Verband am Dienstag offiziell mitteilte, wird die legendäre Langstrecke nur noch bei den Weltmeisterschaften 2027 und 2029 Teil des Programms sein. Danach, ab dem Jahr 2030, soll jährlich eine eigenständige Marathon-Weltmeisterschaft durchgeführt werden, bei der sich Frauen und Männer im Jahresrhythmus abwechseln werden.
Athen als möglicher erster Austragungsort
Für die erste Ausgabe der neuen eigenständigen Marathon-WM wird nach Möglichkeit Athen als Austragungsort angestrebt. Dazu wurden bereits Sondierungsgespräche aufgenommen. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Athen – dem Geburtsort dieser legendären Disziplin – die Möglichkeit einer eigenständigen Marathon-Weltmeisterschaft zu prüfen“, wird World-Athletics-Präsident Sebastian Coe in der Verlautbarung zitiert. Er fügt hinzu: „Nur wenige Sportveranstaltungen haben das Gewicht und die Resonanz des Marathons. Er ist sowohl ein Test für Höchstleistungen als auch ein Fest der Massenbeteiligung.“
Hintergrund: Hitze-Probleme bei vergangenen Weltmeisterschaften
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund der jüngsten Weltmeisterschaft in Tokio, bei der die Ausdauerwettbewerbe aufgrund extrem hoher Temperaturen teilweise verschoben werden mussten. Davon waren nicht nur die Marathonläufer, sondern auch die Geherinnen und Geher betroffen. Neben dem Marathon sollen künftig auch die weiteren Straßendisziplinen aus dem WM-Programm ausgegliedert werden.
Auswirkungen auf zukünftige Leichtathletik-Weltmeisterschaften
Durch diese Neustrukturierung könnte die letzte Leichtathletik-WM im alten Format 2029 in München stattfinden. Die bayerische Landeshauptstadt bewirbt sich aktuell um eine Ausrichtung im Jahr 2029 oder 2031. Die Vergabe der Weltmeisterschaften durch World Athletics erfolgt im September, wobei Peking bereits den Zuschlag für das Jahr 2027 erhalten hat. Diese Veränderungen markieren einen bedeutenden Wandel in der Präsentation und Organisation der Leichtathletik auf globaler Ebene.



