Doping-Skandal erschüttert Leichtathletik: Marathon-Star Korir für fünf Jahre gesperrt
Ein spektakulärer Doping-Fall hat die internationale Leichtathletik-Szene in Aufruhr versetzt. Der kenianische Marathon-Star Albert Korir, Sieger des New-York-Marathons 2021 und einer der erfolgreichsten Langstreckenläufer der vergangenen Jahre, ist wegen Dopings für fünf Jahre gesperrt worden. Der 32-Jährige hatte zuvor ein umfassendes Geständnis abgelegt.
Dreifacher positiver Test auf modernes Blutdopingmittel
Die Sperre erfolgte nach drei positiven Dopingtests im Oktober des vergangenen Jahres in Kenia. Korir wurde dabei mit der verbotenen Substanz CERA erwischt, einer modernen Version des bekannten Blutdopingmittels EPO. Diese Substanz wird zur Steigerung der Ausdauerleistung eingesetzt, indem sie die Bildung roter Blutkörperchen anregt und so den Sauerstofftransport im Blut verstärkt.
Im Vergleich zu herkömmlichem EPO gilt CERA als schwerer nachweisbar, da die Wirkung länger anhält und somit weniger Injektionen notwendig sind. Die Tests fanden während Korirs Vorbereitung für den New-York-Marathon 2025 statt, als Proben in seiner Trainingsphase genommen wurden.
Alle Ergebnisse seit Oktober 2025 annulliert
Die Athletics Integrity Unit, die Anti-Doping-Organisation des Leichtathletik-Weltverbandes, erklärte in ihrer Urteilsbegründung, die drei positiven Tests seien ein "klarer Beweis für die mehrfache Verwendung einer verbotenen Substanz durch den Athleten". Infolgedessen werden alle Resultate des kenianischen Lauf-Stars seit Oktober 2025 gestrichen.
Dies betrifft insbesondere seinen dritten Platz beim New-York-Marathon am 2. November 2025. Korirs Sperre läuft bis Januar 2031 und fällt damit um ein Jahr kürzer aus als ursprünglich vorgesehen – eine Milderung, die er seinem Geständnis und dem Verzicht auf eine Anhörung verdankt.
Karriere-Höhepunkte bleiben teilweise erhalten
Nicht alle Erfolge werden dem Athleten aberkannt. Sein größter Karriereerfolg, der Sieg beim New-York-Marathon 2021, bleibt bestehen. Ebenso werden seine zweiten Plätze in New York aus den Jahren 2019 und 2023 sowie der dritte Platz von 2024 nicht annulliert.
Korirs persönliche Bestzeit liegt bei 2:08:17 Stunden, was knapp acht Minuten über dem aktuellen Marathon-Weltrekord von Kelvin Kiptum (2:00:35 Stunden) liegt. Die Sperre markiert einen tiefen Einschnitt in die Karriere des einstigen Spitzenläufers und wirft erneut Fragen zur Dopingproblematik im Langstreckenlauf auf.



