Tour-Direktor Prudhomme: Berlin als möglicher Startort der Tour de France im Gespräch
Tour de France: Berlin als möglicher Startort im Gespräch

Tour de France könnte nach Berlin zurückkehren

Das größte Radrennen der Welt, die Tour de France, könnte nach Jahrzehnten wieder in der deutschen Hauptstadt Berlin Station machen. Tour-Direktor Christian Prudhomme (65) hat in einem exklusiven Gespräch mit BILD seine besondere Verbindung zu Deutschland betont und Berlin als potenziellen Startort ins Spiel gebracht.

Historischer Rückblick und aktuelle Ambitionen

Bereits 1987 fand der Grand Départ der Tour de France im damals noch geteilten West-Berlin statt. Seitdem hat sich viel verändert, doch der Wunsch nach einer Rückkehr des prestigeträchtigen Rennens in die vereinte Hauptstadt ist geblieben. Prudhomme, der aus dem Elsass stammt, erklärte: „Ich komme aus dem Elsass und habe daher eine ganz besondere Verbindung zu Deutschland. Dort wieder den Start der Tour zu haben, würde mich sehr freuen.“

Konkurrierende Pläne und zeitliche Überlegungen

Während der Verein Grand Depart Allemagne einen Start in den ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für das Jahr 2030 anvisiert – passend zum 40. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung –, favorisiert Prudhomme eher das Jahr 2029. Er begründet dies mit dem historischen Bezug: „40 Jahre Fall der Mauer sind wichtig, nicht nur für Deutschland. Daher wäre 2029 besser als 2030.“

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Der Tour-Direktor wies zudem darauf hin, dass Berlin in den Plänen des Vereins bisher fehlt, obwohl die Hauptstadt die Bewerbung deutlich stärken würde. Bei einem Treffen im Januar mit Vertretern des Vereins, darunter der ehemalige Radsport-Verbandspräsident Rudolf Scharping, wurden diese Differenzen diskutiert.

Logistische und finanzielle Herausforderungen

Die Realisierung eines Tour-Starts in Deutschland stellt alle Beteiligten vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Allein die Kosten für einen Grand Départ werden auf rund 20 Millionen Euro geschätzt. Vor diesem Hintergrund sind die Haushaltslagen der beteiligten Bundesländer kritisch zu betrachten.

So strich Thüringen im vergangenen Jahr die Förderung für die Thüringen-Rundfahrt der Frauen in Höhe von 250.000 Euro. Berlin muss jährlich drei Milliarden Euro einsparen. Dennoch könnte der weltweite Werbeeffekt und der damit verbundene Tourismus langfristig positive wirtschaftliche Impulse setzen.

Mögliche Routen und enthusiastische Fans

Für die Radsportfans wäre ein Start der Tour de France in Deutschland ein besonderes Ereignis, unabhängig vom konkreten Datum oder historischen Bezug. Denkbar wäre eine Route, die von Berlin aus in drei Etappen quer durch Deutschland in Richtung Niederlande, Belgien oder Frankreich führt.

Ein besonderes Highlight könnte dabei die legendäre Steile Wand von Meerane sein, ein Radsport-Monument im Osten Deutschlands, das zuletzt 2006 bei der Friedensfahrt befahren wurde.

Entscheidungsprozess und Ausblick

Wann genau eine Entscheidung über den nächsten deutschen Grand Départ fällt, bleibt vorerst offen. Prudhomme betonte, dass solche Entscheidungen üblicherweise etwa zwei Jahre im Voraus getroffen werden. Somit könnte bereits im kommenden Jahr feststehen, ob die Tour de France 2029 oder 2030 nach Deutschland zurückkehrt.

Die Gespräche zwischen der Tour-Organisation ASO und den deutschen Interessenten laufen weiter. Eines steht fest: Die Rückkehr der Tour de France nach Deutschland wäre nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch ein bedeutendes Symbol der deutsch-französischen Freundschaft.

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