Trauer im Wintersport: DDR-Skilegende Eberhard Riedel verstorben
Die Wintersportwelt trauert um eine ihrer prägenden Persönlichkeiten. Eberhard Riedel, der einzige Weltklasse-Skirennläufer der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, ist am Ostersonntag im Alter von 88 Jahren verstorben. Dies bestätigte sein Sohn Peter Riedel in einem bewegenden Nachruf auf seiner persönlichen Homepage. Der erfolgreiche Athlet sei „nach kurzer schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen“.
Eine außergewöhnliche Karriere im alpinen Skisport
Eberhard Riedels sportliche Laufbahn war von beeindruckenden Erfolgen und historischer Bedeutung geprägt. Sein größter Triumph gelang ihm im Jahr 1961, als er den traditionsreichen Riesenslalom im schweizerischen Adelboden gewann und damit einen Weltcup-Sieg für sich verbuchen konnte. Darüber hinaus vertrat er die DDR bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Winterspielen:
- 1960 in Squaw Valley, USA
- 1964 in Innsbruck, Österreich
- 1968 in Grenoble, Frankreich
Seine aktive Karriere beendete Riedel im Jahr 1969, nachdem die staatliche Förderung für den alpinen Skisport in der DDR eingestellt worden war. Dieser Umstand markierte das vorzeitige Ende einer vielversprechenden sportlichen Entwicklung.
Privates Vermächtnis und letzte Wünsche
In dem persönlichen Nachruf beschrieb Sohn Peter Riedel seinen Vater nicht nur als erfolgreichen Sportler, sondern vor allem als prägende menschliche Persönlichkeit: „Viele kannten meinen Vater als erfolgreichen Skirennläufer der ehemaligen DDR, als Athleten, der sein Land auf internationalen Pisten vertreten hat. Für mich war er der Mensch, der mir gezeigt hat, wie man mit Haltung, Disziplin und Leidenschaft durchs Leben geht.“ Weiter betonte er die charakterlichen Eigenschaften seines Vaters: „Er arbeitete, trainierte und kämpfte – still, konsequent und mit einem tiefen Respekt vor seinem Sport und seinen Mitstreitern.“
Die Beerdigung wird, entsprechend dem ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen, im engsten Familienkreis stattfinden. Eberhard Riedel hatte zudem verfügt, dass auf Blumenspenden und Kondolenzschreiben verzichtet werden soll. Stattdessen wünschte er sich, dass der ASC Oberwiesenthal e.V. unterstützt wird. In diesem Wintersportort am Fuße des Fichtelbergs hatte Riedel bis zuletzt gelebt und war der regionalen Sportgemeinschaft eng verbunden.
Leben nach der aktiven Sportkarriere
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn absolvierte Eberhard Riedel ein Studium der Sportwissenschaften und wandte sich der Trainertätigkeit zu. Seine Expertise kam in verschiedenen Disziplinen zum Tragen:
- Fußball
- Alpiner Skisport
- Skispringen
In seiner Funktion als Trainer betreute er zeitweise sogar den späteren Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog, womit er indirekt weiterhin zum Erfolg deutscher Wintersportler beitrug. Diese vielseitige Engagement zeigt, dass Riedel dem Sport auch nach seiner eigenen aktiven Zeit tief verbunden blieb und sein Wissen an nachfolgende Generationen weitergab.
Der Tod von Eberhard Riedel markiert das Ende einer Ära im deutschen und insbesondere im DDR-Wintersport. Als einziger Weltklasse-Skirennläufer der DDR schrieb er Sportgeschichte und hinterlässt eine Lücke in der Erinnerungskultur des alpinen Skisports. Sein Vermächtnis lebt jedoch fort – nicht nur durch seine sportlichen Erfolge, sondern auch durch die Werte, die er als Mensch und Athlet verkörperte.



