Google testet für seinen KI-Chatbot Gemini eine neue Funktion, die es Nutzern ermöglicht, selbst zu bestimmen, wie intensiv die künstliche Intelligenz über Antworten nachdenken soll. Damit reagiert der Konzern auf den wachsenden Wunsch nach mehr Kontrolle bei der Bearbeitung komplexer Aufgaben.
Mehr Tempo oder mehr Gründlichkeit
Im Alltag wünschen sich viele Nutzer vor allem schnelle Antworten: kurze Erklärungen, Formulierungshilfen oder Zusammenfassungen in wenigen Sekunden. Doch bei komplizierten Aufgaben kann eine vorschnelle Antwort schnell zu Fehlern führen. Genau hier setzt Googles neue Funktion an: Erste Nutzer der Gemini-App können künftig einstellen, wie viel "Denkaufwand" die KI für eine Antwort betreiben soll.
Neue Einstellung direkt bei der Modellauswahl
Die neue Funktion taucht bald bei der Wahl des KI-Modells auf. Betroffen sind derzeit die Varianten "Gemini 3 Flash Fast" und "Gemini 3.1 Pro". Dort erscheint ein zusätzliches Menü namens "Denkaufwand". Nutzer können dann zwischen zwei Stufen wählen: "Standard" und "Erweitert". Während "Standard" laut Google für die meisten Alltagsfragen gedacht ist, soll "Erweitert" bei komplexen Problemlösungen helfen, etwa bei mehrstufigen Planungen, Programmierfragen oder mathematischen Aufgaben.
Konkurrenz setzt ebenfalls auf "denkfähige" KI
Mit diesem Schritt folgt Google einem Trend in der KI-Branche. Auch OpenAI bietet bei ChatGPT bereits Modelle mit unterschiedlichem Denkaufwand an. Der Konkurrent Anthropic setzt bei Claude auf "adaptives Denken", während Perplexity einen speziellen "Reasoning-Modus" für komplizierte Suchanfragen anbietet.
Noch ist die neue Gemini-Funktion allerdings nur für ausgewählte Nutzer sichtbar. Ob und wann Google den Denk-Schalter weltweit freischaltet, ist bislang offen.



