Sicher im Straßenverkehr: Skoda entwickelt Klingel gegen Noise-Cancelling
Skoda testet eine Fahrradklingel, die trotz aktiver Geräuschunterdrückung deutlich früher wahrgenommen wird. Der Autobauer hat mit der DuoBell eine innovative Lösung vorgestellt, die speziell auf die Schwachstellen moderner Noise-Cancelling-Kopfhörer abzielt.
Untersuchungen zeigen, dass viele Kopfhörer im Frequenzbereich zwischen 750 und 780 Hertz eine Lücke aufweisen, die von den Geräuschunterdrückungssystemen nicht zuverlässig gefiltert wird. Genau hier setzt die DuoBell an. Ihr Warnton bleibt hörbar, obwohl andere Außengeräusche normalerweise ausgeblendet werden. Zusätzlich kombiniert das System zwei leicht unterschiedliche Frequenzen, um die Aufmerksamkeit weiter zu erhöhen.
Kompakte Bauweise trotz tiefem Ton
Um die gewünschten Frequenzen zu erzeugen, reicht eine einfache Fahrradklingel nicht aus. Skoda löst das Problem mit einem besonderen Design: Die Materialstärke wird reduziert und das Metall gezielt eingeschnitten. So entsteht der gewünschte Klang, ohne dass die Klingel zu groß wird. Im Alltag bleibt sie damit praktisch und unauffällig.
Erste Tests an der University of Salford zeigen klare Vorteile. In einer virtuellen Umgebung wurde die DuoBell im Schnitt aus rund 22 Metern Entfernung wahrgenommen und etwa fünf Sekunden früher als klassische Modelle. Danach folgten Tests im Londoner Straßenverkehr zusammen mit dem Lieferdienst Deliveroo.
London als Testfeld
Die britische Hauptstadt eignet sich besonders gut für solche Versuche. Prognosen zufolge könnten dort bald mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sein als mit dem Auto. Gleichzeitig steigt die Zahl der Unfälle mit unaufmerksamen Fußgängern. Laut Verkehrsdaten nahm sie 2024 um 24 Prozent zu.
Noch ist die DuoBell nicht im Handel. Skoda will sie gemeinsam mit Partnern auf den Markt bringen, nennt aber bisher keinen Termin.



