Kuriose Oster-Patente: Deutsche Erfinder und ihre eierlegenden Hasen
Deutsche Patente: Eierlegende Osterhasen aus Erfindergeist

Kuriose Oster-Patente: Deutsche Erfinder und ihre eierlegenden Hasen

Es klingt wie ein verspäteter Aprilscherz, doch es handelt sich um offiziell eingetragene deutsche Patente. Gleich mehrere findige Köpfe tüftelten an der Frage, wie der Osterhase Eier legen könnte. Die Geschichte dieser kuriosen Erfindungen reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück.

Die ersten Patente für eierlegende Tiere

Bereits im Jahr 1894 reichte Theodor Voss aus Magdeburg die erste Anmeldung beim Kaiserlichen Patentamt ein. In dem Dokument mit der Nummer 78395 heißt es: „Gegenstand dieser Erfindung ist ein Spielzeug in der Form eines eierlegenden Hahnes oder eines sonstigen Thieres, wie … der Osterhase.“ Durch einen Kanal im Inneren des Tieres kullerte ein Ei, wenn man eine Sperrvorrichtung durch ein Schlüsselwort entriegelte. Interessanterweise konnte diese Erfindung wahlweise auch bei einem Huhn angewendet werden.

Innovationen aus Berlin und Hannover

Das nächste bedeutende Patent legte Johannes Gotthilf Dietrich aus Berlin-Tempelhof im Jahr 1919 vor. Seine bahnbrechende Erfindung dokumentierte er mit mehreren detaillierten Zeichnungen. „Die Erfindung bezieht sich auf einen sitzenden Osterhasen, dessen Körper als Magazin für Ostereier oder Attrappen ausgebildet ist“, heißt es in dem Patent. Mit „unauffälligen technischen Mitteln“ werde der „Vorgang des Eierlegens in drolliger Weise nachgeahmt“, wenn man den Osterhasen bewegt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Besonders groß war der Erfindergeist für eierlegende Hasen in den 1920er-Jahren. Gleich fünf Patente reichten deutsche Tüftler damals ein, wie das Patent- und Markenamt auf seiner Onlinepräsenz dokumentiert. Friedrich Reineke aus Hannover-Badenstedt entwickelte 1929 einen Hasen, der beim Laufen Eier legen konnte. Ein „innerer Mechanismus“ bewirkte, dass der Osterhase läuft und „in bestimmten Abständen Naschartikel in Ei- oder ähnlicher Form auswirft.“

Warum die Erfindungen nie in Serie gingen

Große Sprünge konnten die Erfinder mit ihren Entwicklungen jedoch nicht machen. Zur Serienreife brachten es die eierlegenden Osterhasen offenbar nicht. Julia Thomae vom Deutschen Spielzeugmuseum in Sonneberg (Thüringen) erklärt: „Unsere Sammlung umfasst diverse Osterhasen – von befüllbaren Figuren bis hin zu Modellen mit Stimme oder beweglichen Armen. Ein eierlegendes Exemplar ist jedoch nicht darunter.“

Auch Experte Nikolaus Zitzmann (62), der seit 1990 in Sonneberg einen Handel für antikes Spielzeug betreibt, bestätigt: „Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden nie eierlegende Osterhasen hergestellt. Aber es gab ein Spielzeughuhn, das Eier legt.“

Eine erfolgreiche österliche Alternative

Erfolgreicher war dagegen eine andere österliche Entwicklung: ein filzüberzogener Blech-Osterhase, der um ein Ei tanzt. Hergestellt wurde er von der Firma Bing in Nürnberg, die bis zu einem Konkurs im Jahr 1932 die größte Spielwarenfabrik der Welt war. Dieses seltene Exemplar eines tanzenden Osterhasen wird heute im Spielzeugmuseum in Freinsheim ausgestellt.

Die Geschichte der eierlegenden Osterhasen-Patente zeigt den kreativen Erfindergeist deutscher Tüftler, auch wenn ihre kuriosen Ideen nie den Weg in die Massenproduktion fanden. Sie bleiben ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte des Spielzeugs und der Osterbräuche.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration