NASA schickt Mini-Würmer als Test-Astronauten zur ISS für Mond- und Mars-Missionen
NASA schickt Mini-Würmer als Test-Astronauten zur ISS

NASA setzt auf winzige Würmer als Pioniere für zukünftige Raumfahrtmissionen

Während die Artemis-Crew gerade erst sicher auf der Erde gelandet ist, bereitet sich die NASA bereits auf die nächste außergewöhnliche Mission vor. Am Samstag starten Dutzende von mikroskopisch kleinen Fadenwürmern zur Internationalen Raumstation (ISS), um als lebende Test-Astronauten zu dienen. Diese nur etwa einen Millimeter großen Lebewesen werden an Bord des Versorgers Cygnus XL des Raumfahrtkonzerns Northrop Grumman reisen und mit einer Falcon 9-Rakete von SpaceX ins All befördert.

Winzige Größe, enorme Bedeutung für die bemannte Raumfahrt

Die Tiere gehören zur Art Caenorhabditis elegans, kurz C. elegans genannt. Was diese unscheinbaren Würmer so wertvoll für die Raumfahrtforschung macht, ist ihre genetische Ähnlichkeit zum Menschen. Viele ihrer Gene funktionieren auf vergleichbare Weise, was sie zu perfekten Testsubjekten für medizinische Untersuchungen im Weltraum macht.

Die Würmer reisen in kleinen Petrischalen innerhalb eines speziellen Behälters, der kaum größer als ein Schuhkarton ist. Ihr Auftrag ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Raumfahrt: Sie sollen helfen herauszufinden, was monatelange Aufenthalte im All mit dem menschlichen Körper machen.

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Die gefährlichen Auswirkungen des Weltraums auf den menschlichen Körper

Astronauten, die sich längere Zeit im Weltraum aufhalten, kämpfen mit erheblichen gesundheitlichen Problemen, die für zukünftige Mond- und Mars-Missionen gelöst werden müssen:

  • Muskelabbau durch Schwerelosigkeit
  • Brüchig werdende Knochen aufgrund mangelnder Belastung
  • Erhöhtes Krebsrisiko durch kosmische Strahlung
  • Potenzielle dauerhafte Schädigung der DNA durch Weltraumstrahlung

Die transparenten Würmer werden zunächst einige Zeit geschützt im Inneren der ISS verbringen, um sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen. Anschließend wird ihr Versuchsmodul außen an der Raumstation montiert, wo sie bis zu 15 Wochen lang den extremen Bedingungen des freien Weltraums ausgesetzt sein werden.

Revolutionäre Beobachtungstechnologie im Miniaturformat

Automatisierte Mini-Kameras werden die Zellaktivitäten der Würmer in Echtzeit beobachten und winzige fluoreszierende Signale aufzeichnen. Diese Signale verraten den Forschern, welche Gene unter den spezifischen Weltraumbedingungen aktiv sind. So können Wissenschaftler live verfolgen, wie Gene auf die kombinierten Einflüsse von Schwerelosigkeit und kosmischer Strahlung reagieren.

Parallel dazu läuft auf der Erde ein identischer Vergleichsversuch, der es den Forschern ermöglicht, genau zu bestimmen, welche Veränderungen ausschließlich im Weltraum auftreten. Dieser direkte Vergleich ist entscheidend für die Identifizierung weltraumspezifischer biologischer Reaktionen.

Vorbereitung auf das Artemis-Programm und darüber hinaus

Das Experiment ist ein zentraler Bestandteil der Vorbereitungen auf das ehrgeizige Artemis-Programm der NASA. In Zukunft sollen Astronauten nicht nur kurze Besuche auf dem Mond durchführen, sondern monatelang auf dem Erdtrabanten leben und später sogar Missionen zum Mars starten.

Tim Etheridge von der Universität Exeter erklärte gegenüber dem Weltraum-Magazin Space.com: „Um das sicher zu tun, müssen wir verstehen, wie der Körper auf die extremen Bedingungen im All reagiert. Indem wir untersuchen, wie diese Würmer im Weltraum überleben und sich anpassen, können wir die biologischen Mechanismen erkennen, die Astronauten bei langen Missionen schützen sollen – und uns dem Ziel näherbringen, dass Menschen auf dem Mond leben.“

Die Forscher hoffen, aus den gewonnenen Daten neue Schutzstrategien und möglicherweise sogar spezielle Medikamente zu entwickeln, die Astronauten vor den gefährlichen Folgen langer Raumfahrten bewahren können. Der lange Weg zum Leben auf Mond und Mars beginnt somit ausgerechnet mit einigen winzigen Würmern, die als Pioniere der biomedizinischen Weltraumforschung dienen.

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