Im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt stehen weitreichende Veränderungen in der Abfallentsorgung bevor. Die derzeit einzige Deponie der Region in Nißma, betrieben von der Abfallwirtschaft Sachsen-Anhalt Süd, wird im Laufe dieses Jahres ihre Kapazitätsgrenze erreichen. Die Einlagerung von Abfällen soll dann eingestellt werden, gefolgt von der Stilllegungsphase. Dies teilte die Kreisverwaltung mit. Die Deponie gehört der Klasse II an, was bedeutet, dass dort neben mineralischen Abfällen auch asbesthaltige Materialien aus dem gesamten Landkreis entsorgt werden. Mit der Schließung entsteht eine Lücke, die durch neue Ablagerungsorte geschlossen werden soll.
Fünf neue Deponien in Planung
Bereits jetzt sind fünf neue Deponien im Burgenlandkreis geplant. Zwei davon sollen zwischen Nellschütz und Lösau beiderseits der Autobahn A9 entstehen. Die genauen Standorte und Betreiber sind noch nicht abschließend geklärt, doch die Planungen schreiten voran. Die neuen Deponien sollen ebenfalls der Klasse II angehören und somit ähnliche Abfälle aufnehmen wie die bisherige Anlage in Nißma. Die Kreisverwaltung betont die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, um die Entsorgungssicherheit für die Region zu gewährleisten.
Kritik von Naturschutzverbänden
Die Pläne stoßen jedoch auf heftige Kritik von Naturschutzverbänden. Sie befürchten negative Auswirkungen auf die Umwelt und das Landschaftsbild. Insbesondere die Standorte entlang der Autobahn A9 seien problematisch, da sie in ökologisch sensiblen Gebieten lägen. Zudem kritisieren die Verbände, dass die Öffentlichkeit nicht ausreichend in die Planungsprozesse eingebunden werde. Sie fordern eine transparente Prüfung der Umweltverträglichkeit und Alternativstandorte. Die Kreisverwaltung hingegen verweist auf die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und betont, dass die Deponien modernen Standards entsprechen werden.
Auswirkungen auf die Region
Die Schließung der Deponie Nißma und die geplanten Neubauten könnten Weißenfels und Umgebung zu einer Art „Müll-Drehscheibe“ machen. Dies sorgt für Unruhe bei Anwohnern und Kommunalpolitikern. Während die einen die wirtschaftlichen Vorteile durch Arbeitsplätze und Steuereinnahmen betonen, warnen andere vor steigendem Verkehrsaufkommen und Umweltbelastungen. Die Diskussion dürfte in den kommenden Monaten an Intensität zunehmen, sobald konkrete Bauanträge eingereicht werden. Die Kreisverwaltung hat angekündigt, die Bürger frühzeitig zu informieren und Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen.



