Sperrmüll-Chaos in Perleberg: Anwohner verzweifeln über illegale Müllberge
Sperrmüll-Chaos in Perleberg: Anwohner verzweifeln

Sperrmüll-Chaos in Perleberg: Anwohner verzweifeln über illegale Müllberge

Perleberg bemüht sich um ein einladendes und touristenfreundliches Image, doch in manchen Stadtteilen sieht die Realität anders aus. Besonders in der Thomas-Müntzer-Straße türmen sich regelmäßig illegale Sperrmüll-Berge, die Anwohner zur Verzweiflung bringen. Während die Innenstadt gepflegt wirkt, offenbaren sich in solchen Ecken massive Entsorgungsprobleme.

Ein endloser Kreislauf der Vermüllung

Werner Seidler, ein langjähriger Anwohner, beschreibt die Situation als frustrierenden Teufelskreis: „Die ganze Ecke ist voller Müll. Vom Werkzeugkasten über Besen, Schränke bis zu Sofas – alles Mögliche wird dort hingeworfen.“ Sobald ein Müllberg abtransportiert wird, entsteht binnen Wochen an derselben Stelle oder woanders ein neuer Haufen. Seidler kritisiert, dass zu wenig unternommen wird, um diese illegale Entsorgung zu stoppen.

Eigentlich müssten alte Möbel und Sperrgut zu einer der drei Kleinannahmestellen in der Prignitz gebracht werden – in Wittenberge, Pritzwalk oder Perleberg-Richtung Quitzow. Doch diese liegen fernab der Wohngebiete, was für Bewohner ohne Auto ein großes Problem darstellt. „Die haben die Keller voll mit Sperrmüll und wissen nicht, wohin damit. Dann stellt abends jemand etwas hin, weil ja sowieso schon was da steht“, so Seidler.

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Verantwortlichkeiten und Lösungsansätze

Die Stadt Perleberg sieht sich in einer schwierigen Position. Stadtsprecher Renè Hill erklärt, dass der illegale Sperrmüll auf Grundstücken der Wohnungsgesellschaft steht – nicht auf öffentlichem Gelände. Daher können keine Ordnungsgelder verhängt werden, da dies nur bei Müll auf kommunalen Flächen möglich ist. Die Verantwortung liege beim Grundstückseigentümer.

Dennoch will die Stadt nicht tatenlos zusehen, wie der Perleberger Osten verwahrlost. Künftig soll „intensiver hingeschaut“ und das Problem intern beraten werden. Das Ordnungsamt hat den Eigentümer bereits auf die Verschmutzung hingewiesen.

Der Grundstückseigentümer, die MM Immobilien Verwaltung GmbH, ist sich des Problems bewusst, verweist aber auf die Murek Immobilienmanagement GmbH als verantwortlich für den Abtransport. Robert Murek erklärt: „Wir lassen regelmäßig diesen Sperrmüll kostenpflichtig abholen und legen das auf die Mieter um. Es ist leider ein nicht enden wollendes Thema, und am Ende zahlen es die Mieter.“ Eine Expressabholung kostet etwa 90 Euro.

Lösungsansätze zur dauerhaften Unterbindung der Vermüllung gibt es bislang nicht, da die Täter unbekannt bleiben. Die Situation bleibt ein fortlaufendes Dilemma zwischen Wohnungseigentümern, Mietern und der Stadtverwaltung.

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