Die durchschnittliche Temperatur in Thüringen ist gestiegen, immer wieder gibt es heiße Sommer. Kühle Orte werden damit interessanter. Wie sie künftig zu finden sein sollen, zeigt ein gemeinsames Projekt des Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz in Jena sowie des Gemeinde- und Städtebundes.
Karte mit kühlen Orten geplant
Rechtzeitig im Frühsommer solle eine Karte vorliegen, die Empfehlungen für kühle Orte im Freistaat auflistet, sagte Stefan Brune vom Kompetenzzentrum Klima des Landesamtes auf dpa-Anfrage. Die Karte, die über das Internet oder per App abrufbar sein soll, sei Teil des Thüringer Hitzeaktionsplans, der in Arbeit sei.
Das Spektrum der Hinweise, wo vor allem Kinder oder ältere Menschen Schutz vor großer Hitze finden könnten, sei vielfältig. Es könnten Waldstücke, Parks, Bereiche an Gewässern, aber auch öffentlich zugängliche Gebäude mit Klimaanlagen sein. Das Angebot solle flächendeckend für alle Thüringer Regionen erarbeitet werden. Es sei eine Reaktion auf die veränderten klimatischen Bedingungen.
Jahresmitteltemperatur um 1,3 Grad gestiegen
Vor allem in den Städten und Gemeinden im Thüringer Becken, aber auch in Teilen Ostthüringens gab es in den vergangenen Jahren immer wieder trockene und recht heiße Perioden. Die Thüringer Mittelgebirgsregionen könnten angesichts dieser Entwicklung die Rolle von Klimainseln im Sommer haben, sagte Brune. „Das könnte auch für den Tourismus interessant werden.“ Erwartet werde, dass sich die Innenstädte in Zukunft deutlich stärker erwärmen. Darauf müsse sich die Gesellschaft einstellen.
Die Jahresmitteltemperatur in Thüringen ist nach den Daten des Landesamtes in den vergangenen 30 Jahren im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 um 1,3 Grad auf eine Jahresdurchschnittstemperatur von 8,9 Grad Celsius gestiegen. „Das ist das, was wir messen“, so Brune. Dieser Trend könnte sich fortsetzen, wenn es keine deutlichen Verbesserungen beim Klimaschutz gebe.



